Schüler löste Angst und Schrecken aus:

Der Maskenmann hat von Gedichten die Schnauze voll

Nach dem dramatischen Vorfall in der vergangenen Woche am Warener Gymnasium werden die Hintergründe der Tat klarer. Es ging schlicht und einfach um pädagogische Inhalte.

Am Wossidlo-Gymnasium spielten sich am Freitag vergangener Woche spektakuläre Szenen ab.
Petra Konermann Am Wossidlo-Gymnasium spielten sich am Freitag vergangener Woche spektakuläre Szenen ab.

Die beiden dunkel gekleideten und maskierten Jugendlichen, die am vergangenen Freitag großen Schrecken am Warener Wossidlo-Gymnasium ausgelöst hatten, sind laut Polizei-Sprecherin Diana Mehlberg nach ihrer raschen Festnahme von Kollegen vernommen und belehrt worden. "Es ist ihnen klar gemacht worden, dass sie mit ihrer Aktion, gerade in diesen sensiblen Zeiten und dann noch maskiert, keinen Spaß veranstaltet haben", erklärte Diana Mehlberg.

Im Laufe des Gespräches sei auch die Motivation für die Tat - einer der Maskierten war unvermittelt im Physik-Unterricht einer siebten Klasse aufgetaucht und hatte gesagt "Das deutsche Schulsystem ist scheiße. Dagegen muss man was tun" - deutlicher geworden. "Die Intention ging von diesem Jugendlichen aus. Er beklagte gegenüber den Kollegen, dass er zwar Gedichte analysieren könne, aber nichts von Mietrecht, Steuerrecht und Versicherungen verstehe. Von den Dingen, die man seiner Meinung nach im Leben braucht. Das habe er einmal offen sagen wollen."

Nach der Belehrung hätten sich die beiden einsichtig gezeigt. Ob es nun noch eine Strafe gebe, müsse, so Diana Mehlberg, die Staatsanwaltschaft entscheiden. Eine Bestrafung wegen Hausfriedensbruchs sei schwierig, weil es sich bei der Schule um ein öffentliches Gebäude handele und kein Hausverbot vorgelegen habe.