Nächtliche Bedrohung mit Waffe:

Der Schlossherr - vom Opfer zum Täter?

Gras ist über die Sache längst nicht gewachsen. Helmuth von Maltzahn, dem vorgeworfen wird, drei Angler des nachts mit einer Waffe bedroht zu haben, sieht sich einer Kampagne ausgesetzt.

Gegen Helmuth von Maltzahn ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Udo Roll Gegen Helmuth von Maltzahn ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Der Fall ist nicht ausgestanden: Helmuth von Maltzahn reagiert auch nach mehr als sechs Wochen hoch emotional, wenn es um die Nacht am Ulrichshusener See ging, die mit einem Polizeieinsatz endete – und die eine Sache für die Staatsanwaltschaft wurde: „So kann es nicht gehen. So nicht. Die Männer damals waren auf meinem Grundstück. Ich habe sie des Feldes verwiesen. Aber jetzt bin ich auch durch die Medien vom Opfer zum Täter geworden. Das kann nicht sein“, redete sich der Freiherr, der schon mehrfach Opfer von Einbrechern gewesen sein soll, in einem Gespräch mit dem Nordkurier in Rage.

Es sei seine Pflicht, für Ordnung zu sorgen und seine Familie zu schützen. Er habe sich nichts vorzuwerfen. Er habe die Anschuldigungen und Demontageversuche satt. In dieses Bild passen auch die Gerüchte, nach denen der Schlossherr sein CDU-Kreistagsmandat zurückgeben wolle: „Nichts da. Daran habe ich keinen Moment gedacht. Das sind alles falsche Behauptungen und Kampagnen.“

Bei der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft hieß zum Fall von Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler kurz: „Die Ermittlungen gehen weiter. Mehr gibt es zurzeit dazu nicht zu sagen.“ Helmuth von Maltzahn lässt über einen Anwalt alles Nötige erledigen. Dem 67-Jährigen wird vorgeworfen, Mitte Juni drei Männer, die gegen 2 Uhr am Ulrichshusener Strand geangelt haben wollen, eigenmächtig vom Grundstück vertrieben und dabei mit einer Waffe gedroht zu haben, und erst später die Polizei alarmiert zu haben. Der Verdacht der Bedrohung und Nötigung stehe nun für den Ulrichshusener im Raum.

Die genauen Umstände des Vorfalles zwischen dem Honorarkonsul und den Anglern sollen nun im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft geklärt werden. „Dann werden wir sehen, wie sich die Sache verhalten hat“, sagte Zeisler. Die Angler seien bereits als Zeugen vernommen worden.