Nationalparkverein kritisiert Forstwirtschaft:

„Der Wald wehrt sich von selbst“

Der Nationalparkverein mahnt eine massive Ausweitung der jagdfreien Zone an. Außerdem fordert er ein sofortiges Holzeinschlag-Verbot um das UNESCO-Weltkulturerbe Serrahn.

Auch das kann Wald sein: Urwuchs in der Kernzone des Nationalparks bei Zartwitzer Hütte.
Silke Voß Auch das kann Wald sein: Urwuchs in der Kernzone des Nationalparks bei Zartwitzer Hütte.

Wollen Besucher zu den Serrahner Buchen im Müritz-Nationalpark, immerhin UNESCO-Weltkulturerbe, wissen sie zunächst nicht, wo dies anfängt und wo das hinführen soll: Ringum ein Schlachtfeld der Verwüstung, moniert Albrecht von Kessel, Vorsitzender des Nationalparkvereins. Der Verein hat sich deshalb auf seiner Jahresversammlung strikt gegen einen Holzeinschlag im Umfeld des Weltkulturerbes und im Nationalpark zwischen 1. Mai und 31. Oktober ausgesprochen. Zwar habe sich das Land auf seinen Flächen ab 2017 gegen Holzeinschlag ausgesprochen, aber wie bis dahin verfahren?

"Es bleibt kein Holz mehr, um Humus zu bilden"

Auch auf die Herstellung von Energieholz sollte verzichtet werden. „Die großen Maschinen sammeln alles auf, es bleibt kein Holz mehr, um Humus zu bilden“, lautet eine Begründung. In dem Zusammenhang spricht sich der Verein auch gegen eine Befestigung von Wegen allein für die Holzabfuhr aus - und dafür, ungenutzte Forstwege unverzüglich still zu legen.

"Einfach nur in Ruhe lassen"

Gleichzeitig könne der Verein nicht das Ende der Waldbehandlung verlangen, während munter weiter gejagt würde. Zwar heiße es, das Wild schädige den Wald. „Aber der Wald wehrt sich, passt sich an, auch ohne dass der Mensch eingreift. Man muss den Wald einfach nur in Ruhe lassen.“ Selbstverständlich sollte das Jagdverbot nicht die umliegenden Kulturflächen, in jedem Fall aber doch die Kernzone betreffen. Eine Ausweitung der jagdfreien Zone von lediglich acht auf 50 Prozent werde daher gefordert.

Und was ist mit den Bus-Tickets?

Ein weiteres wichtiges Thema war von Kessel zufolge die Nationalpark-Buslinie - weil die immer weniger Gäste hat. Die Fahrgastzahl sei von 41000 auf 25 000 gesunken. Die Crux: Je weniger Gäste, desto teurer die Tickets. Hier sei auch der Kreis gefragt, der die Linie bezuschusst. Man brauche dringend Alternativen. Der Verein schlägt nun ein Umlage-System vor, wie es auch im Bayrischen Wald erfolgreich gepflegt werde: Touristen könnten mit wenigen Cent pro Übernachtung mehr die Linie stützen. 2014 soll dafür eine EU geförderte Verkehrszählung durchgeführt werden.

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