Erwerbslosigkeit in der Müritzregion:

"Die Arbeitgeber müssen umdenken"

Die Arbeitslosigkeit steigt. Und das hat nicht nur saisonale Gründe. Vor allem Ältere sind betroffen.

Die Agentur für Arbeit begründet die steigenden Erwerbslosenzahlen in der Müritzregion zum einen mit dem Einbruch der Wintersaison, zum anderen  damit, dass grundsätzlich Menschen über 50 immer mehr betroffen seien.
dpa/Ulrich Perrey Die Agentur für Arbeit begründet die steigenden Erwerbslosenzahlen in der Müritzregion zum einen mit dem Einbruch der Wintersaison, zum anderen  damit, dass grundsätzlich Menschen über 50 immer mehr betroffen seien.

Die Müritzregion liegt im - traurigen - Trend: Auch hier ist, wie nahezu im gesamten Bereich der Arbeitsagentur Neubrandenburg, die Arbeitslosigkeit höher geworden. In und um Waren ist sie im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres von elf auf 11,8 Prozent, im Bereich Röbel von 10,2 auf 11,3 Prozent gestiegen, wie die Statistik ausweist. Auch verglichen mit dem Vormonat hat sie sich erhöht: In Röbel waren es im Oktober 9,7 und in Waren 10,6 "nur" Prozent. Arbeitsvermittlerin Siglinde Schiefert begründet dies zum einen mit dem Einbruch der Wintersaison, zum anderen aber auch damit, dass grundsätzlich Menschen über 50 immer mehr betroffen seien. "Sie sind oft in der DDR fachlich gut ausgebildet worden, üben aber mit zunehmendem Ausstieg aus ihrem Beruf mehr und mehr Hilfsarbeiten, die kaum mehr gefragt sind, aus." Sie rät diesen, sich zu qualifizieren. Zudem stünden Ältere generell weniger hoch im Kurs. In dieser Hinsicht aber müssten Arbeitgeber umdenken: Denn "sie werden angesichts des demografischen Wandels auf die Generation 50 plus zurückgreifen müssen." Ein Umdenken scheint bereits in der Tourismusbranche stattgefunden zu haben: Hier zeichne sich die Tendenz ganzjähriger Beschäftigung ab, so Schiefert.