Abfischfest in Boek:

Die Fischer ernten im Netz, was die Angler übrig lassen

Hunderte Zuschauer lassen sich das Spektakel an den Boeker Teichen nicht entgehen, wenn Schuppentiere aufs Trockene gelegt werden. Auch wenn die neugierigsten Besucher sich bei der Gelegenheit dabei nass machen, stört das niemanden.

Die Fische sind "angelandet" und rutschen auf dem Band in die Fischerhände. Die Teichwirte in Boek sondieren unter den Augen der Besucher die Schuppentiere.
thb Die Fische sind "angelandet" und rutschen auf dem Band in die Fischerhände. Die Teichwirte in Boek sondieren unter den Augen der Besucher die Schuppentiere.

Die Männer ziehen und zerren. „Das ist harte körperliche Arbeit“, beschreibt Steffen Steinbeck, der Chef auf dem Fischer- und Angelhof an der Bolter Schleuse, den Job seiner Kollegen. Die ziehen zuerst aus dem größten der Teiche den „Stöpsel“, und als das Wasser nur noch hüfthoch steht, gehts den Fischen an den Kragen. Fünf Männer und ein großes Netz treiben die Karpfen, Schleie, Hechte und Welse in Richtung Notausgang. „Ganz wichtig“, erklärt Fachmann Steinbeck, „die Unterleine muss immer am Grund liegen, sonst können Fische entwischen.“ Der Mahnung braucht es nicht, bei den Teichwirten sitzt jeder Handgriff.

Hunderte Zuschauer lassen sich das mittlerweile 10. Abfischfest der Müritzfischer an der Rotunde in Boek nicht entgehen. Wer die Fischer gerade nicht bei der Arbeit bestaunt, lässt sich Fisch in zahlreichen Varianten schmecken. „Alles frisch, alles von hier“, wirbt Betriebsleiter Steinbeck.

Die noch lebenden Artgenossen sind zusammen getrieben, ganz dicht am Abfluss. Jetzt wird die Schleuse geöffnet, mit dem restlichen Wasser strömen die chancenlosen Fische unter dem Hang durch in ein großes Stellnetz. Dort schöpfen die Fischer ab, was die Angler übrig gelassen haben. Rauf mit dem Schuppengetier Kescher für Kescher aufs Band. Das Wasser spritzt, die Zuschauer sind dennoch fasziniert, viele Ahs und Ohs, gerade wenn wieder ein besonders dicker Brocken das Band herunter rutscht. Die Teichwirte sortieren, Hecht zu Hecht und Karpfen zu Karpfen.

Die jungen Exemplare extra. Deren letzte Stunde hat noch nicht geschlagen. Bis zu 40 Zentner, rund zwei Tonnen Fisch, gilt es jetzt zu begutachten und zu bewerten. Das können die Zuschauer auch. Wem ein Fisch nun besonders am Herzen liegt, kann sich das Exemplar mit nach Hause nehmen. Viel frischer geht nicht.

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