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Die Furcht vor dem feiertagslosen Juni

Im Tourismusland Nummer eins in Deutschland, in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht alles mehr erste Sahne. Gerade an der Seenplatte müssen empfindliche Gäste-Verluste registriert werden. Schuld daran sind die Ferien.

Viele Gäste in der Seenplatte sind schon im betagten Alter.
Petra Konermann Viele Gäste in der Seenplatte sind schon im betagten Alter.

Die Süddeutschen sind die Hoffnungsträger. Die Experten für Urlaub aus dem Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte haben am Wochenende während des TausendSeenForums über Strategien nachgedacht, wie die Saison rings um die Müritz, in der Mecklenburgischen Schweiz und in der Kleinseenplatte viel eher in Schwung gebracht werden kann. Denn wie es vom Verband heißt, könne die Entwicklung in den vergangenen Jahren nicht ohne Sorge betrachtet werden. Immerhin – im Juli 2014 mussten mit
721 223 Übernachtungen rund 20 Prozent weniger als noch vier Jahre zuvor registriert werden. Schuld daran, so haben die Fachleute ausgemacht, sei die Verschiebung der Sommerferien. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und in Thüringen – die drei Bundesländern zählen zu den „Hauptquellgebieten“ der Gäste – haben in den vergangenen Jahren die Sommerferien vier Wochen später als sonst üblich begonnen: Statt Ende Juni erst Ende Juli. Der Verlust habe nicht wettgemacht werden können, zumal im Juli 2014 auch vier Prozent mehr Betten auf die Touristen warteten als noch 2010.

Und zu dem „Problem“ Juli gesellt sich im kommenden Jahr auch noch der benachbarte Juni. Denn ein Blick in den Kalender verrät: Der Juni kommt komplett feiertagslos daher, von Fronleichnam in den katholisch geprägten Bundesländern abgesehen. Die Möglichkeiten, mit wenigen Urlaubstagen länger frei zu machen, sind im Jahr 2015 begrenzt.

Aber, so heißt es beim Tourismusverband, die Süddeutschen in Bayern und Baden-Württemberg hätten dafür im Juni für längere Zeit Ferien. Die müssen und sollen in den Nordosten gelockt werden. Darüber hinaus, so eine weitere strategische Zielstellung, müsse es endlich gelingen, ein ferienunabhängiges Gästeklientel an die Seenplatte und in die Mecklenburgische Schweiz zu locken.

Maßnahmen, noch mehr Touristen neugierig zu machen, könnten auch Veranstaltungen wie die erstmals geplante „InWater Boat-Show“ sein. Im Herzen des größten Binnenwassersportreviers Europas findet im Juni in Rechlin die speziell für die Fans von Binnenboote statt. Das Ereignis soll insbesondere Neueinsteiger für die Freizeitgestaltung am, auf und im Wasser begeistern. An drei Veranstaltungstagen dreht sich dann alles um die Faszination Wassersport mit seinen zahlreichen Facetten. Die Besucher können sich über Boote, Yachten, Kanus, Charter, Angeln, Wohnen auf dem Wasser, Urlaubsziele und vieles mehr informieren.