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Die Rennbahn der Kuscheltiere

So ein Tempolimit kann doch einen Schlittenfahrer nicht schrecken. Und selbst die Tatsache, dass auf der Klinker Rennpiste gar kein Schnee liegt, stört weder Hund noch Herrchen.

Rasant unterwegs: Den mangelnden Schnee kompensierten die Schlittenfahrer mit Rädern.
Carsten Schönebeck Rasant unterwegs: Den mangelnden Schnee kompensierten die Schlittenfahrer mit Rädern.

Jetzt nur nicht in der Leine verheddern. Immer wieder wuseln die beiden Pelzknäule um die Beine von Richard Hömmen. Was soll‘s, jetzt darf es ruhig durcheinander gehen, nachdem Black Bamboo und Atami ihr Herrchen so schnell ins Ziel gezogen haben. Ein Roller, sechs Kilometer und insgesamt zehn Beine. Gut 17 Minuten braucht Hömmen ins Ziel. Das sichert ihm den ersten Platz in seiner Klasse. „Früher hatte ich ein Fahrrad mit Zugvorrichtung, aber inzwischen bin ich komplett umgestiegen“, sagt Hömmen.

Hunde-Roller ist der neueste Trend im Schlittensport. Zumindest für alle, die nicht gleich ein ganzes Rudel halten wollen. Doch beim Schlittenhunderennen in Klink finden sich fast alle Arten von Gefährten, bis zu den schweren Wagen, die von zehn Tieren gezogen werden. Nur Kufen sucht man vergeblich. Das bisschen Schnee, das Sturmtief "Xaver" uns gebracht hat, reicht nicht. Allerdings hat der Orkan das Teilnehmerfeld dezimiert. Viele haben kurzfristig abgesagt.

Immerhin: 60 Teilnehmer haben sich nach Klink begeben. Rechnet man die Tiere ein, sind es sogar mehr als 300. Und das kann fast gruselig werden, wenn die Huskys ihr klagendes Geheul anstimmen.

So vielstimmig der Gesang, so international das Feld der Vierbeiner. „Unser erstes Tier stammt aus Frankreich“, erzählt Sabine Mohr. Seit Jahren haben es ihr die Huskys angetan. Seit einiger Zeit züchtet die Krankenschwester selbst. Zunächst vor allem auf Schönheitsmerkmale, dann kam sie mit ihrem Mann Alexander auf den Geschmack der Schlittenrennen. „Das hier ist für die Huskys ja eher eine Sprintstrecke“, sagt die Expertin. Die Tiere seien vor allem Langstreckenläufer. Und auch die Mohrs nehmen gerne weite Strecken in Kauf, wenn es um ihren Hunde-Nachwuchs geht. „Ich habe da einen Rüden in Frankreich gefunden, der mich sehr interessiert hat“, berichtet sie. Da wird nicht lange gefackelt. Mit zwei Hundedamen ging es auf Romantik-Reise. Und wenn alles gut geht, sollen diese deutsch-französischen Beziehungen bald Früchte tragen.