Wo keiner wohnen will:

Dörfer beklagen Wohnungsleerstand

Die Landflucht hat begonnen: Wohnungen in den Dörfern der Müritzregion stehen eher leer als in der Stadt. Dort ist "Leerstand" ein echtes Fremdwort.

In Kogel gibt es gleich mehrere Plattenbauten. Seit die Schule geschlossen hat, sind dort auch die Wohnungen schwerer zu vermieten.
Petra Konermann In Kogel gibt es gleich mehrere Plattenbauten. Seit die Schule geschlossen hat, sind dort auch die Wohnungen schwerer zu vermieten.

Kommt Bernd Sagunski, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft „Tau Hus“ auf das Thema Wohnungsleerstand zu sprechen, muss er zugeben: „Das ist unser großes Problem.“ Seine Gesellschaft verwaltet rund 750 Wohnungen in den Amtsbereichen Röbel und Malchow. Darunter ist privater, vor allem aber kommunaler Wohnraum. „Die Jungen ziehen weg“, konstatiert Sagunski. Und: Wenn die Infrastruktur brökelt, sagen die Jüngeren den Dörfern noch schneller adé. Dass zum Beispiel die Schulen in Kogel und in Dambeck schließen mussten, habe sich bei den Wohnungsvermietungen bemerkbar gemacht.

„Seit die Schule in Kogel dicht ist, hat sich der Leerstand dort verdoppelt.“  Bei rund acht Prozent hat sich der Leerstand der „Tau Hus“-Wohnungen eingepegelt. Wenigstens die Älteren würden meist noch auf den Dörfern bleiben, so Sagunski, aber auch das sei kein „Selbstläufer“. „Wir haben gemeinsam mit der Diakonie ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Senioren im Alltag unterstützt werden. So können sie länger in ihren Wohnungen bleiben“, erklärt der Geschäftsführer.Das Thema „Wohnungsleerstand“ ist offenbar nur auf dem Land akut – gerade in Waren sieht das komplett anders aus. „Von Leerstand können wir eigentlich gar nicht sprechen. Steht eine Wohnung gerade leer, dann nur, weil sie gerade renoviert wird oder jemand aus- und bald der nächste einzieht“, erklärt Mike Albrecht, Vorstand der Warener Wohnungsgenossenschaft. Immerhin rund 1600 Wohnungen hat die Genossenschaft in ihrem Bestand – und offenbar doch nicht genug. „Die Nachfrage ist groß, gerade haben wir 75 Wohnungen fertig, demnächst wollen wir 60 weitere bauen. Bewerber dafür gibt es schon“, erklärt Albrecht.

Über große Nachfrage freut sich auch Martin Wiechers, Geschäftsführer der Warener Wohnungsbaugesellschaft. Bei niedrigen 2,5 Prozent hat sich der Wohnungsleerstand eingerichtet. Rund 4500 Wohnungen verwaltet sein Unternehmen, darunter auch rund 500 im Amt Seenlandschaft.  „Auch wir haben Wartelisten, vor allem für die altersgerechten Wohnanlagen, die wir in Waren errichtet haben“, bestätigt Wiechers. Auch er hat längst einen Unterschied zwischen Stadt und Land ausgemacht: Das nahe Warener Umland, wie Klink, sei bei den Mietern beliebt. „Dörfer, die weiter weg von der Stadt liegen, haben zu kämpfen.“

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