Keine Einigung auf Transfergesellschaft:

Drei Optionen – keine Lösung für die Nölke-Mitarbeiter

Zunächst war nur von einer Transfergesellschaft die Rede. Doch mittlerweile gibt es drei Varianten, mit denen die Mitarbeiter der Nölke-Wurstfabrik nach der Betriebsschließung im Sommer eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt haben könnten.

Tristesse am Betriebsgelände in Waren-West: Im Rathaus wurde derweil die Zukunft der 130 Mitarbeiter der Wurst-Fabrik erörtert.
Nadine Schuldt Tristesse am Betriebsgelände in Waren-West: Im Rathaus wurde derweil die Zukunft der 130 Mitarbeiter der Wurst-Fabrik erörtert.

Zweite Runde im Ringen um die 130 Mitarbeiter der Fleischfabrik in Waren-West. Axel Knau, Geschäftsführer der Zur-Mühlen-Gruppe, wozu das Nölke-Unternehmen gehört, sowie Thomas Besse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Neubrandenburger Arbeitsagentur, saßen erneut bei Warens Bürgermeister Norbert Möller. „Wir haben drei Möglichkeiten besprochen“, sagt das Stadtoberhaupt. Dazu zählt zum ersten die Transfergesellschaft, die allen Angestellten zur Verfügung stehen würde. Allerdings würde solch eine Transfergesellschaft nur mit finanzieller Beteiligung des Unternehmens funktionieren, fügt der Verwaltungschef skeptisch hinzu. Bei dieser Variante müsste das Unternehmen 50 Prozent der Kosten der Transfergesellschaft tragen. Anschließend erhielten die Nölke-Mitarbeiter bis zu ein Jahr lang zwischen 63 und 67 Prozent des letzten Netto-Gehaltes.

Die zweite Variante beinhaltet ebenfalls eine Transfergesellschaft – allerdings nur für die Mitarbeiter ab 60 Jahre. „Für diese Leute wäre so der Übergang in die Arbeitslosigkeit besser geregelt“, erläutert Warens Stadtoberhaupt. Die anderen, also die jüngeren Mitarbeiter, würden bei dieser Möglichkeit über die Arbeitsagentur soweit wie möglich wieder in Arbeit vermittelt werden. Auch diese Variante würde nur machbar sein, wenn sich Nölke mit 50 Prozent an der Transfergesellschaft beteiligt.

Eins, zwei oder drei - du musst dich entscheiden

Ob das Unternehmen mitspielt? „Axel Knau hat sich noch nicht abschließend geäußert“, sagt Möller. Er wolle jedoch alles tun, um dem Unternehmen bei einer möglichen Entscheidung unter die Arme zu greifen. So gebe es beispielsweise auf Landesebene Fördermittel, die Nölke den Einstieg in eine Transfergesellschaft finanziell versüßen könnten. Dazu habe es nach Aussage von Möller auch schon ein entsprechendes Vorgespräch gegeben. „Damit diese Fördergelder fließen, bedarf es einer verbindlichen Zusage des Unternehmens.“ Wie hoch die Förderung ausfallen könnte, ist noch unklar.

Sollte weder die erste noch die zweite Variante greifen, ist mittlerweile eine dritte Option auf dem Verhandlungstisch. Dabei sollen die Menschen, die nach dem Nölke-Aus keinen neuen Job finden, von der Arbeitsagentur wieder in Lohn und Brot gebracht werden. Und wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen? Möller: „In den nächsten Wochen wird ein Vorstandsmitglied von Nölke zur Arbeitsagentur nach Neubrandenburg fahren. „Dort wird es ein weiteres Gespräch geben.

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