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Durchfahrt verboten: Poller sorgen für Streit

VonSören MusyalDie Baustelle an der Malchower Drehbrücke soll mit Pollern gesichert werden. Einige Malchower vermuten jedoch, es stecke mehr ...

Unauffällig, aber da. Die Poller an der Malchower Mühlenstraße sollen bei Bedarf die Zufahrt zur Drehbrücke sperren.  FOTO: S. Musyal

VonSören Musyal

Die Baustelle an der Malchower Drehbrücke soll mit Pollern gesichert werden. Einige Malchower vermuten jedoch, es stecke mehr dahinter.

Malchow.Kraftfahrer in Malchow müssen sich auf Änderungen gefasst machen, denn seit Dienstagverfügt die Stadt über zwei neue Polleranlagen, die den Zugang zur Drehbrücke und zur Insel für Autos sperren können. Werden diese aus der Erde gefahren, ist am Inselende des Erdammes und an der Kreuzung Kirchenstraße-Mühlenstraße Schluss.
Doch kaum waren die Säulen im Boden, entbrannte ein Streit über Sinn und Unsinn dieser Investition. Die Poller seien nicht nur zu teuer, Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne) verfolge noch ganz andere Pläne mit deren Errichtung. So lauten zwei der Vorwürfe von André Zimmermann (CDU) in einer Mitteilung auf Facebook. „Herr Stein möchte die Insel stufenweise komplett sperren“, ist sich der Vorsitzende des Ortsverbandes im Gespräch mit dem Nordkurier sicher. Er wolle ein „El Dorado für Fußgänger“ errichten. Die Poller wären da der erste Schritt.
„Wenn die Brücke rechtzeitig fertig werden soll, muss die Baustelle gesichert werden“, rechtfertigt Stein die Anschaffung und weist die Vorwürfe Zimmermanns entschieden zurück: „Dass ich die komplette Insel sperren will, ist eine Lüge.“ Weder habe er das je geäußert, noch sei das überhaupt genehmigungsfähig.
Andrè Zimmermann hingegen besteht darauf, dass die Stadtvertretung dem Bau der beiden Polleranlagen hätte zustimmen müssen. Schließlich sei das im Konzept zur Beruhigung des Verkehrs auf der Insel festgelegt worden. „Das stimmt nur zum Teil“, sagt Stein, denn benutzt würden die Poller zunächst nur für die Zeit des Brückenbaus. Ob und wie diese später auch zur Beruhigung der Insel verwendet würden – darüber müsse in der Tat die Stadtvertretung abstimmen. Gar kein Problem also? Mitnichten, denn billig waren die Straßensperren nicht. 140 000 Euro Fördermittel der Brücke zur Sicherung des Baus wurden bezahlt. Zu teuer, findet Zimmermann. Angemessen, findet Stein.
Einig sind sich in einem Punkt jedoch beide: Über die Beruhigung der Insel muss dringend diskutiert werden. Vor allem, solange eine Seite eine komplette Schließung der Malchower Insel für unnötig oder gar wirtschaftlich schädlich erachtet. Immerhin handelt es sich dabei um einen großen Eingriff in den Alltag aller. Der erste Vorschlag Steins sieht eine Sperrung für Durchgangsverkehr zwischen 22 und 6 Uhr vor. Dies sei jedoch nur eine Diskussionsgrundlage, denn: „Am Ende sollen die Malchower miteinbezogen werden“, sagt Stein und verspricht eine Einwohnerversammlung im Mai.

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