Einrad an der Müritz:

"Eh, haben sie dir ein Rad geklaut?"

Zwei Schweizer sind mit dem Fahrrad an der Müritz unterwegs. Eigentlich nichts Besonderes. Aber - die beiden Eidgenossen strampeln auf insgesamt nur drei Rädern durch die Lande. Und erregen dabei nicht wenig Aufmerksamkeit ringsum.

Isabelle Betschart und ihr Gefährte Nik Zisler, der auf einem Einrad die schönen Regionen von Mecklenburg- Vorpommern erkundet.
thb Isabelle Betschart und ihr Gefährte Nik Zisler, der auf einem Einrad die schönen Regionen von Mecklenburg- Vorpommern erkundet.

„Kopenhagen - wir kommen!“ Am nächsten Donnerstag wollen die beiden Schweizer Nik Zisler und Isabelle Betschart in der dänischen Hauptstadt ankommen. Zehn Tage lang sind die Eidgenossen dann auf dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen unterwegs gewesen. Die Nacht von Donnerstag zum Freitag schliefen die Radtouristen in Waren - wie viele andere auch. Aber - Nik Zisler und Isabelle Betschart sind besondere Radfahrer.

Denn die beiden 36-Jährigen strampeln nur auf drei Rädern durch die mecklenburgische Landschaft. Die Physiotherapeutin auf ihrem ganz „normalen“ Tourenrad und der Techniker vom Schweizer Fernsehen - auf einem Einrad.

„Das erregt schon Aufsehen“, gibt der Radsportler zu. Nicht immer gefällt das dem Mann, der schon erfolgreich an Einrad-Weltmeisterschaften teilgenommen hat, „denn manchmal bremsen dich die Neugierigen aus.“ Denn Zisler fährt gern schnell.

Auf zwei Rädern könne jeder. „Aber so ein Einrad ist schon eine besondere Herausforderung.“ Die Notwendigkeit, sich zu konzentrieren, sei enorm hoch, die Körperspannung eine ganz andere, viel mehr Muskeln würden beim Einradfahren gestählt als beim simplen Strampeln auf dem Zweirad. Der Mann aus den Schweizer Bergen genießt das platte Land rings um die Müritz. Nix Anstrengendes, die pure Erholung seien die 600 Kilometer von Berlin bis Kopenhagen. „Und dann diese wunderschöne Landschaft hier überall“, schwärmt der Eidgenosse. Aber diese Sprüche immer wieder. Nicht nur zwischen Neustrelitz und Waren, der donnerstäglichen Etappe, musste er sich unterwegs so einiges anhören. „Eh, haben sie dir ein Rad geklaut“, gehöre zu den Klassikern, erzählt Nik Zisler und muss selbst ein wenig grinsen dabei. Aber was soll`s? Kein echter Einradsportler würde sich von hämischen Zwischenrufen aus dem Trab bringen lassen.

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