Diskussion um Jäger-Hochsitze:

Ein Hochsitz am Rodelberg ärgert die Rechliner

Wenn Wildschäden zu beklagen sind, wird auf die Jäger verwiesen. Doch wo dürfen Hochsitze aufgestellt werden? Darüber ist jetzt am Südzipfel der Müritz eine Diskussion entflammt.

Berechtigt oder fehl am Platz? Der Hochsitz hinter dem Rechliner Rodelberg ist selbst in die Schusslinie geraten - im übertragenen Sinne. Foto: Elke Enders
Elke Enders Berechtigt oder fehl am Platz? Der Hochsitz hinter dem Rechliner Rodelberg ist selbst in die Schusslinie geraten - im übertragenen Sinne. Foto: Elke Enders

Seit er abends gegen 23 Uhr Schüsse gehört hat, versteht Hans-Georg Manthey aus Rechlin die Welt nicht mehr. Sie kamen vom nahen Rechliner Rodelberg, der sich am Ortsausgang nach Rechlin-Nord befindet. Als er den Geräuschen am Tage nachspürte und deren Ursprung suchte, wurde er fündig: Im Schutze eines Baumes, gar nicht weit ab von besagtem Rodelberg, steht ein Hochsitz mit freier Sicht zur Wiese. Diese erstreckt sich weitläufig in Richtung Müritz und wird vom Wald gesäumt.

Ein Hochsitz auf Gemeindeland, noch dazu an einem Ort, in dessen Nähe Kinder spielen? Das passt für Hans-Georg Manthey nicht zusammen. Ein Bolz- und Spielplatz befände sich dort. Letztlich sei auch die Wohnbebauung nicht all zu weit ab. „Da braucht nur mal ein Schuss quer zu schlagen, dann treibt der in die Siedlung“, sieht er Gefahren. Etwas, was der Anwohner auch gleich dem amtierende Bürgermeister vortragen wollte, der aber bislang keine Zeit fand.

Somit schaltete der Rechliner den Nordkurier ein, die Sache öffentlich zu machen.  Eine Vor-Ort-Visite ergab, dass tatsächlich ein Hochsitz im weiteren Verlauf des Rodelberges steht. Und umliegend war zu erfahren, dass es in den Gärten ein massives Problem mit Wildschweinen gebe. Gerade in der Rechliner Gegend seien die Sauen sehr aktiv, wie der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes, Volker Koch, erklärte.

Entsprechend groß seien die angerichteten Wildschäden, für die wiederum die Jäger mit verantwortlich gemacht würden. Schließlich seien sie es, die den Wildbestand auf ein erträgliches Maß regulieren müssten. Allerdings kennt Volker Koch die Örtlichkeit nur unzureichend, um ein Urteil zum speziellen Fall abzugeben. Nur soviel: Eine gesetzliche Vorgabe, wie viele Meter ein Hochsitz von einer Wohnbebauung entfernt sein müsse, gebe es nicht mehr. Früher seien dies mal 200 Meter gewesen. In jedem Fall sollte „die Vernunft entscheiden“, mahnt Koch. Auf keinen Fall dürfe Gefahr von einem Hochsitz ausgehen.

Aber die Waidmänner wüssten eigentlich, wo sie einen Hochsitz aufstellen könnten und wo nicht. Es sei denn, die Gemeinde hat einen Beschluss gefasst, dass sie jagdliche Einrichtungen nicht dulde - was sich Volker Koch für Rechlin aber nicht vorstellen könnte, weil den Wildschweinen damit freier Lauf gelassen würde. „Sauen können in öffentlichen Anlagen erheblichen Schaden anrichten“, gab er zu bedenken. Hier helfe nur ein gemeinsames Gespräch.

 

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