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Ein Jahr rundum voll Blüten ist des Imkers Ziel

VonJörg DöbereinerDen Auftakt unserer Bienen-Woche macht der Warener Imkerverein. Vorsitzender Hans-Dieter Vibrans erklärt, welche Probleme Bienen und ...

VonJörg Döbereiner

Den Auftakt unserer Bienen-Woche macht der Warener Imkerverein. Vorsitzender Hans-Dieter Vibrans erklärt, welche Probleme Bienen und Imker plagen und warum 3,50 Euro für ein Glas Honig nicht zu teuer ist.

Waren.Extrem wichtig und zugleich bedroht ist sie, die Honigbiene. Auch im vergangenen Jahr war ihre schwierige Situation vielfach Thema in den Medien. Hans-Dieter Vibrans dürfte es freuen. „Die Biene ist nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier“, sagt der Vorsitzende des Imkervereins Waren (Müritz). Neben dem Honig ist vor allem ihre Bestäubungsleistung wichtig. „Der Ernteertrag für die Bauern kann bei einer Bestäubung durch die Bienen um ein Viertel höher sein als ohne Bestäubung“, weiß er.
Nur: Nicht alle Bienen finden das ganze Jahr über genügend Blüten, die sie bestäuben können.Denn mit ein paar vereinzelten Blumen ist es nicht getan.„Bienenvölker brauchen Massenblühflächen“, sagt Hans-Dieter Vibrans. Ein blühendes Rapsfeld, eine Löwenzahnwiese oder ähnlich große Ansammlungen von Blüten braucht es schon, damit die Bienen beim Bestäuben richtig fleißig sein können. Da fehlt im Jahreslauf oftmals die Abwechslung, sodass die Bienen in manchen Monaten lange suchen müssen, bis sie genügend Nektar und Pollen gesammelt haben.
Die Warener Imker stehen deshalb wie viele ihrer Kollegen in engem Kontakt zu den Landwirten, die für die nötigen Blühflächen sorgen. Wie Hans-Dieter Vibrans erklärt, klappt diese Zusammenarbeit grundsätzlich gut. Doch wünschen sich die Imker, dass diese Kooperation von der Politik stärker gefördert wird. Von den Landwirten erhoffen sie sich, dass an dem Verbot von genmanipuliertem Getreide gar nicht erst gerüttelt wird. „Wir Imker hätten große Schwierigkeiten, Honig aus genmanipulierten Pflanzen noch als Naturprodukt zu verkaufen“, ist sich Hans-Dieter Vibrans sicher.
3,50 Euro verlangt er derzeit pro 500-Gramm-Glas – deutlich mehr, als der Honig im Supermarkt kostet. „Man sollte trotzdem den regionalen Imkern vertrauen“, argumentiert Vibrans. „Bei unserem Honig kann man sich sicher sein, dass nichts drin ist, was nicht reingehört.“ Antibiotika etwa, die laut Hans-Dieter Vibrans etwa in Honig aus China bisweilen auftauchen.
Auch wenn die Warener Imker einige Sorgen und Nöte plagen – mangelnder Nachwuchs gehört nicht dazu. „Die Tendenz ist positiv“, sagt Hans-Dieter Vibrans. 39 Mitglieder hat der Verein derzeit und bald könnten dank eines Volkshochschulkurses 15 weitere dazu kommen. Der theoretische Teil des Kurses ist bereits abgeschlossen, jetzt geht es an die Bienenstöcke.

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