Bürgerinitiative "Pro Schiene" gibt nicht auf:

Ein „Jein“ vom Kreis zur Südbahn-Hilfe

Hat die Südbahn doch noch eine Chance? Für die Mitstreiter in der Bürgerinitiative Pro Schiene jetzt erst recht. Der neue Landtag im Herbst soll die Weichen endgültig stellen. Aus dem eigenen Landkreis gibt es zwar grundsätzliche Rückendeckung. Aber auch die Zweifler mussten sich jetzt bekennen.

Nicht nur mit dem Rad, sondern auch mit der Bahn sollen die Menschen von der Müritz von A nach B kommen. Im Kampf um den Erhalt der Südbahn sind die Malchower nun erneut in Schwerin gewesen.
privat Nicht nur mit dem Rad, sondern auch mit der Bahn sollen die Menschen von der Müritz von A nach B kommen. Im Kampf um den Erhalt der Südbahn sind die Malchower nun erneut in Schwerin gewesen.

Dass die Stimmen der Menschen von der Müritz etwas zählen, davon ist Monika Göpper überzeugt. Die Frontfrau der Bürgerinitiative „Pro Schiene“ hat im Kampf um den Erhalt der Südbahn Auftrieb erfahren. Mit den mehr als 17 000 Unterschriften war sie jetzt im Schweriner Landtag. Denn dort gehören sie hin, die Namen derer, die nicht wollen, dass die dünn besiedelten Regionen aufs Abstellgleis geschoben werden. Dafür stehen die mit ihren Namen – die Menschen von Wismar bis Greifswald und vor allem natürlich aus der Region, die die Unterschriftenliste rasch füllten. Monika Göpper nutzte die Zeit in der Landeshauptstadt, um bei einer Pressekonferenz Journalisten auf die Südbahn aufmerksam zu machen, auf eine Region, die in Sachen Tourismus mehr und mehr zur Dampflok wird, aber etlichen eigenen Leuten die Mobilität einschränkt. „Wir machen weiter“, versicherte Göpper.

Zuvor hatte sich die Malchowerin vom Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte Rückendeckung geholt, aber im Grunde auch nur ein „Jein“ geerntet. „Nein führt nur aufs Abstellgleis“ beschwört die Band Silly in ihrem Lied „Ich sag‘ nicht Ja“ den Mut, dagegen zu sein. Doch unsere Damen und Herren Kreistagsparlamentarier können beides – vor allem, wenn es um den politischen und populären Dauerbrenner Südbahn geht. „Begrüßt der Kreistag die Volksinitiative zum Erhalt der Südbahn“, hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die namentliche Abstimmung beantragt. 43:25 votierten die Abgeordneten dafür. Von Röbels Noch-Bürgermeister, Heiner Müller (SPD), kam ein Ja. Auch sein Warener Amtskollege und Genosse aus Waren, Norbert Möller, und Penzlins Stadtchef Sven Flechner sagten Ja. Andreas Sprick (CDU), der in wenigen Tagen das Zepter in der kleinen Müritzstadt übernehmen wird, bekundete ein Nein. Sprick blieb sich dabei auch treu in der zweiten Entscheidung bei einem von den Linken ergänzend eingebrachten Antrag. Dieser wollte den Kreistag in die Pflicht nehmen, an den Landtag zu appellieren, er möge der unterschriftenreichen Volksinitiative zustimmen. Und zwar auch in der Art, sie mit einer ordentlichen Finanzspritze wiederzubeleben. Diesen Vorschlag fanden nur 28 der 66 Abgeordneten gut. Der Rest war dagegen. Ein Ja und Nein – Das ist wie ein Grün und ein Rot.

Ob das Thema Südbahn tatsächlich wieder ins Rollen gekommen ist und nicht in einer Sackgasse endet, das wird sich im Herbst entscheiden. Ambitioniert betrachtet, im November. Bis dahin gibt es einen Landtag mit einigen frischen Gesichtern. Und auch die Gremien, denen die Südbahn ein Thema sein wird, haben sich bis dahin neu gefunden. Und den ewigen Südbahn-Ignoranten entgegnet Monika Göpper: „Letztlich geht sie uns alle an.“

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