Buddelei startet:

Ein Vierteljahr für neun Kilometer Fahrrad-Strecke

Startschuss am neuen Radweg in Penzlin. Wenn alles gut geht, dann könnten die Radfahrer schon im Sommer auf dem alten Bahndamm unterwegs sein.

Der ersten Spatenstich für den neuen Radweg: Landrat Heiko Kärger (zweiter von rechts), Norbert Böttcher aus Krukow (rechts) und der Malliner Robert Ernst (links) lassen Penzlins Bürgermeister Sven Flechner erst mal allein schippen.             
Thomas Beigang Der ersten Spatenstich für den neuen Radweg: Landrat Heiko Kärger (zweiter von rechts), Norbert Böttcher aus Krukow (rechts) und der Malliner Robert Ernst (links) lassen Penzlins Bürgermeister Sven Flechner erst mal allein schippen.  

Zehn Jahre hat es gedauert, bis am Freitag endlich die Bauarbeiten für den neuen Radweg zwischen Klein Lukow und Mallin über Penzlin gestartet sind. 2004, so heißt es aus dem Penzliner Rathaus, sei die Idee geboren worden, auf dem alten Bahndamm künftig pedalgetriebene Stahlrösser fahren zu lassen. Aber so etwas dauert. Vor vier Jahren schließlich überwies die Stadt Penzlin ihren Anteil an den Gesamtkosten von knapp 800.000 Euro, genau 61.000 Euro, im vergangenen Jahr kam das Okay vom Landkreis, sich mit 133.000 Euro an den Ausgaben zu beteiligen. Der "Rest" sind Fördermittel gewesen.

Schon im Juni sollen Radfahrer künftig abseits der Bundesstraße die Region touristisch nutzen können. "Eine wichtige Verbindung", wie Landrat Heiko Kärger (CDU) sagte, der zu Baustart den Spaten schwang, "zwischen der Tollense- und der Müritzregion". Das Bestreben des Landkreises sei es jetzt, sich um die Finanzierung des noch fehlenden Abschnitts von Wulkenzin bis Mallin zu kümmern. Denn deswegen hatte es ein bisschen Ärger gegeben. Leser des Nordkurier hatten die Frage aufgeworfen, warum die Sanierung eigentlich an der früheren Kreisgrenze endet. Denn gerade das Wegstück durch Wulkenzin sei schließlich in besonders ramponiertem Zustand.

Geld für Reststrecke muss noch aufgetrieben werden

„Ich hatte eigentlich die Hoffnung, dass durch die Kreisgebietsreform gerade die Region Penzlin besser an das Oberzentrum Neubrandenburg angeschlossen wird“, schreibt ein Leser. Stattdessen bekäme man nun einen schönen Radweg und zwischendrin „zwei Kilometer Modderlöcher“. Warum die alte Kreisgrenze hier noch eine Rolle spielt? Die Antwort ist, wenig überraschend, bürokratischer Natur. „Der Antrag auf Fördermittel stammt noch aus dem Jahr 2009, als es den Müritz-Kreis noch gab“, so der Bauamtsleiter Axel Müller aus der Kreisverwaltung. Über eine Zusammenarbeit in Sachen Radweg seien sich die zuständigen Behörden in den verschiedenen Kreisen damals nicht einig geworden.

Im vergangenen Jahr kam endlich die Bewilligung für den Müritzer Abschnitt. Jetzt soll schnell nachgebessert werden. „Für das Teilstück von der Kreisgrenze in Richtung Neubrandenburg gibt es schon erste Absprachen mit der Landesregierung“, erklärt der Amtsleiter. Ein neuer Antrag wird gerade erstellt. Müller gibt sich zuversichtlich, dass der noch in diesem Jahr bewilligt wird.

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