Diebesserie:

Einbrecher knacken reihenweise Schuppen

Draußen tobte der Sturm und drinnen haben es sich Einbrecher gut gehen lassen. Sie durchwühlten Dutzende Bootsschuppen in Waren.

Einbrecher stiegen am Wochenende in zahlreiche Bootsschuppen in Waren ein.
Tobias Lemke Einbrecher stiegen am Wochenende in zahlreiche Bootsschuppen in Waren ein.

Da hatten die Polizisten, sogar Dienststellen übergreifend, aber alle Hände voll zu tun. Die Ordnungshüter der Wasserschutzpolizei in Waren und die Kollegen von der Kripo mussten am Wochenende etliche Anzeigen von Bootsbesitzern entgegennehmen, Tatorte sichern und Spuren auswerten. Denn noch unbekannte Einbrecher hatten sich zahlreiche Bootsschuppen in Waren, vom Volksbad bis nach Kamerun, vorgenommen, etliche aufgebrochen und die Boote durchwühlt. Bis Montagmittag lagen bei der Wasserschutzpolizeiinspektion in Waren  sieben Anzeigen vor. „Wir gehen aber davon aus, dass sich die Zahl noch erhöht“, sagte der Vize-Inspektionsleiter, Enno Röper. Denn viele Wassersportler hätten sicherlich von den Einbrüchen noch gar nichts erfahren.

Junger Mann auf Kontrollgang

Norman Albrecht schon. Der junge Mann hatte am Morgen im Internet die Nordkurier-Meldung über die Einbrüche gelesen und sich gleich mit seinem Auto auf den Weg zur Bootsschuppenanlage am Kameruner Weg gemacht. „Jetzt bin ich aber schon aufgeregt“, sagte Norman Runge, als er am möglichen Tatort zufällig auf den Nordkurier traf. Der durfte ihn auf dem Weg zum Boot begleiten. Die Tür zum großen Bootshaus, in dem etliche Boote ihren Winterschlaf halten, war verschlossen und sah unversehrt aus. Auf den ersten Blick. Bei genauem Hinsehen entdeckte der Hobby-Kapitän allerdings Kratzspuren, die von Einbruchswerkzeug stammen könnten. „Hier haben sie es wohl versucht“, schlussfolgerte der junge Mann, der sich gerade in der Elternteilzeit befindet und sich um den jüngsten Spross kümmert. Rein in die Anlage, vorbei an einigen Stegen, hin zum Albrecht-Boot. Die Plane lag ordentlich verschnürt auf dem Kahn, alles in Ordnung. „Gott sei Dank“, so der Warener, dem jetzt der Ärger und die Laufereien zur Polizei und zur Versicherung erspart bleiben.

Langfinger wollten Bootszubehör ergattern

Doch wollte Norman Albrecht nicht nur von Glück sprechen. „Bei uns liegen auch die Boote einiger ehemaliger Polizisten. Und die passen schon gut auf, dass es Einbrecher bei uns nicht zu leicht haben.“ Offensichtlich haben es Langfinger, die es auf Bootszubehör abgesehen haben, ohnehin etwas schwerer als in anderen Jahren. „Viele Anzeigen hat es bei uns in dieser Saison noch nicht gegeben“, gewährt Polizeihauptkommissar Röper Einblick in die Statistik. Möglich, so vermutet der Gesetzeshüter, dass die Witterung den Ganoven das Leben nicht gerade leicht macht. „Kein Eis auf den Seen“, fasste der Vize-Inspektionschef das zusammen. Denn oftmals würden Einbrecher im Winter Bootsanlagen von der Seeseite heimsuchen, weil hier die Gefahr der Entdeckung geringer sei.
Große Beute haben die Unbekannten bei dem jüngsten Diebeszug in den Warener Bootsschuppen allerdings nicht gemacht. Enno Röper weiß von verschwundenen Werkzeugen und Angelutensilien. Wertvolle Motore oder hochwertiges Bootszubehör wurde noch nicht als vermisst gemeldet.