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Eine Festwoche zum 100. Geburtstag

Aufgebaut zu Beginn des Ersten Weltkrieges, zentralistisch organisiert in der DDR, privatisiert nach der Wende: Die Geschichte des Klinikums in Waren ist ein Spiegelbild umwälzender gesellschaftlicher Prozesse – auch zum 100. Geburtstag steht das Klinikum nicht still. 

Klinikum in Waren
Andreas Becker Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung: Das Müritz-Klinikum ist seit einem Jahrhundert im nördlichen Bereich Warens am Weinberg beheimatet.

Festakt, Fachtagung, Patientenveranstaltung, Betriebsfest, Tag der offenen Tür – mit diesen Programmpunkten garniert feiert das MediClin Müritz-Klinikum vom 6. bis 11. Oktober seine Festwoche. Zum Feiern war den Bürgern Warens vor 100 Jahren allerdings überhaupt nicht zu Mute. Obwohl der Krankenhausneubau am Weinberg im Sommer 1914 noch nicht ganz fertiggestellt war, musste die Klinik vor dem Hintergrund des beginnenden Ersten Weltkrieges bereits in Betrieb genommen werden. Die offizielle Eröffnung als Belegkrankenhaus mit 58 Betten und zwei Stationen erfolgte am 9. April 1915.

Zwei Weltkriege später firmierte die Einrichtung mit der Gründung der DDR als Kreiskrankenhaus-Kreispoliklinik Waren. Durch die enge Verzahnung von ambulantem und stationärem Bereich sowie der medizinischen Kompetenz und Willenskraft der Mitarbeiter erwarb sich das Krankenhaus im damaligen Bezirk Neubrandenburg einen sehr guten Ruf. Die Folge: Das Haus wurde mit erweiterter Aufgabenstellung ausgestattet – unter anderem übernahm die Klinik die regionale Versorgung mit Herzschrittmachern.

312 Betten für die Kranken

Am 1. Januar 1994 entstand aus der Fusion des Kreiskrankenhauses Waren mit dem Martin-Luther-Krankenhaus Röbel das heutige Müritz-Klinikum. Es folgten bauliche Veränderungen, um als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung den hohen Anforderungen qualifizierter klinischer Arbeit gerecht zu werden. Im Jahr 2002 wurde die kreisliche Einrichtung privatisiert – die Klinikgruppe MediClin mit Hauptsitz im süddeutschen Offenburg übernahm das Krankenhaus. Heute verfügt das Krankenhaus über 312 stationäre Betten. Dazu kommen 51 Tagesklinik-Betten. Mit rund 525 Mitarbeiter gehört das Krankenhaus zu den größten Arbeitgebern in der Müritzregion.

Wer diesen Mitarbeitern über die Schultern blicken möchte, wer einen spannenden Eindruck in den Klinik-Alltag bekommen möchte und wer einmal völlig gesund durch die OP-Räume spazieren möchte, sollte sich den 11. Oktober vormerken. An diesem Tag zeigt das Krankenhaus den Besuchern sein Innenleben – und bietet ausreichenden Gesundheitsservice. Ob Blutdruckmessung, Röntgendiagnostik oder Kehlkopfkino – die Gäste können sich in vielen Abteilungen auf Herz und Nieren durch checken lassen. Im Rettungshubschrauber wird zudem eine Notfallversorgung simuliert.