Ausstellung:

Eine "tierische" Auswahl Schinko

Eine ganze Woche ist dem betagten Röbeler Grafiker Werner Schinko gewidmet. Ausstellungsmacher Lutz Kroh gestaltet ein Schaufenster in der Buchhandlung Wilke, und Schinko kommt zu einer Lesung.

Der beliebte, über 80-jährige Werner Schinko zieht sich allmählich zurück. In einer Schinko-Woche tritt er ins Licht der Öffentlichkeit - sowohl er selbst als auch sein Werk.
Silke Voß Der beliebte, über 80-jährige Werner Schinko zieht sich allmählich zurück. In einer Schinko-Woche tritt er ins Licht der Öffentlichkeit - sowohl er selbst als auch sein Werk.

Die fabelhafte Welt des Werner Schinko in ihrer ganzen Vielfalt entfächert sich nächste Woche in der Röbeler Buchhandlung Wilke. Dann widmet die Filiale ein ganzes Schaufenster dem mittlerweile über 80-jährigen Röbeler Grafiker, dessen augenzwinkernde Arbeiten signifikant sind für unsere Region. Auch mancher Urlauber fühlt sich wieder ganz zurück in Mecklenburg angesichts dieser unverwechselbaren künstlerischen Handschrift.  Breite, kantige Ackerfurchen wie arbeitssame Hände zeigen sie, darüber immer Krähen; verhutzelte Häuser seiner Fluchtheimat Röbel Hand in Hand, und hinter den schiefwinkeligen Fenstern immer eine alltägliche wie besondere Lebensgeschichte. Der Betrachter Aug‘ in Aug‘ mit dem typisch dümmlich-stolzen Katergesicht. Und immer fühlt sich der Betrachter selbst ein bisschen ertappt sowie ins eigene Gesicht geschaut: Denn Schinko hält jedem freundlich den menschlichen Spiegel der Eitelkeiten vors Gesicht. Es sind die kleinen Zweideutigkeiten des Lebens, die Kehrseite der Dinge und damit der Witz, der allem innewohnt. Und wie sieht sie nun aus, die Schinko-Woche? Mit Büchern und einer „tierischen“ Auswahl an Lithografien gestaltet der Röbeler Ausstellungsmacher das Schaufenster der Filiale in Neustrelitz, wo der betagte Grafiker am 19. September zu einer Lesung geladen ist. Gelesen wird etwa aus Texten beliebter Bücher, die er so unverwechselbar illustriert hat, wie das Fallada-Märchen „Pechvogel und Glückskind“. Schinko erzählt dann über seine Kunst, die Ideenfindung und auch, wie er aus seiner Heimat Böhmen nach Mecklenburg kam. Anlaß für die Schinko-Woche ist ein druckfrisch bei „optimal“ hergestelltes, entzückendes Leporello-Büchlein, das Gerhild Meßner mit Drucken von Werner Schinko herausgegeben hat.

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