Richter schmettern Klage ab:

Endgültiges Aus für die Südbahn

Die Bürgerinitiative fordert nach dem Gerichtsurteil, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und weiter für den Erhalt der Südbahn zu kämpfen. Und außerdem – die in die Bresche springenden Busunternehmen besitzen noch gar nicht die Erlaubnis, auf dieser Strecke auch fahren zu dürfen.

Hartnäckiger Widerstand: Immer wieder wurde für die Südbahn demonstriert.
Carsten Schönebeck Hartnäckiger Widerstand: Immer wieder wurde für die Südbahn demonstriert.

Noch einen Monat und fünf Tage: Geht es nach dem Willen der Landesregierung in Schwerin soll am 14. Dezember – dem Tag des Fahrplanwechsels – die Strecke der Südbahn zwischen Malchow und Parchim nur noch Geschichte sein. Denn das Verwaltungsgericht in Schwerin hat nach Informationen des Nordkuriers am Freitagabend die Klage der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Ludwigslust/Parchim dagegen abgeschmettert – das Urteil liegt dem Nordkurier vor. Hauptargument der Richter: Die Landkreise haben keinen Anspruch auf die Weiterbestellung des Steckenabschnitts zwischen Malchow und Parchim. Die Stimmung bei der Bürgerinitiative, die seit vielen Monaten um den Weiterbetrieb kämpft, ist gedrückt – aber auch kämpferisch: „Wir verlangen jetzt von den beiden Landkreisen, gegen das Urteil in Berufung zu gehen und sich an das Oberverwaltungsgericht zu wenden“, sagte Monika Göpper, Sprecherin des Bündnisses Pro Bahn.

Bus langsamer als Zug

Doch für den Fall, dass die Justiz die Einsparungspläne aus Schwerin absegne, habe man vorgesorgt, sagte am Wochenende auf Nordkurier-Nachfrage der Amtsleiter in der Seenplatten-Kreisverwaltung, Dirk Rautmann. „Die Landkreise müssen den sogenannten Schienenersatzverkehr übernehmen und sicher stellen.“ Ab Malchow bis zur Kreisgrenze Ludwigslust/Parchim sei das Busunternehmen Personenverkehr Müritz (pvm) damit beauftragt worden, dahinter übernehme die benachbarte Verkehrsgesellschaft. Der Fahrplan, der sich ungefähr an die bisherigen Zugabfahrtszeiten anlehne, sei geschrieben, so Rautmann weiter. Aber eines steht fest: „Die Zeiten, in denen die Züge die Strecke geschafft haben, werden wir nicht halten können.“ Etwa eine Stunde werden die Busse von Malchow bis Parchim unterwegs sein, die Bahn hat das in knapp 45 Minuten geschafft.

Wann gibt es die Konzession?

Allerdings – noch steht für den Busbetrieb die Konzession der Landesregierung aus. „Wir übernehmen mit den Bussen eine Aufgabe des Landes, die bislang mit den Zügen dafür verantwortlich war“, erklärt der Amtsleiter. Und diese Übernahme müsse mit einer offiziellen Gestattung in Tüten und Papier gebracht werden. Wann genau diese Konzession erteilt wird – Schulterzucken. Denn das sei keinesfalls nur eine Formsache, lässt der Amtsleiter der Kreisverwaltung wissen.

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