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Er will helfen, wenn die Seele Beistand braucht

Die erste Arbeitsstelle ist ein bisschen wie die erste Liebe. Man hat sie in besonderer Erinnerung. Und manchmal wird mehr daraus. Wie bei Leif Rother aus Waren. 22 Jahre lang war er Pastor in St. Marien. Die Liebe bleibt, auch wenn sich die Wege trennen.

Der Morgen beginnt mit Bibeltexten und Gedanken zum Tag. Leif Rother nutzt diese  Momente in seinem Büro, um sich Kraft zu holen.
Carina Göls Der Morgen beginnt mit Bibeltexten und Gedanken zum Tag. Leif Rother nutzt diese  Momente in seinem Büro, um sich Kraft zu holen.

Er mag den Papst. Franziskus sei gut für die Kirche, auch für seine. Denn Leif Rother ist Pastor der Evangelischen Kirchgemeinde St. Marien in Waren. Doch, was der ziemlich andere Papst bewegt und zeigt, das gibt Hoffnung, meint Leif Rother. Die kann er gut gebrauchen. Denn in seiner neuen Arbeit als Seelsorger in der Müritzstadt ist sie elementar. Kranken Zuversicht zu geben, das war auch in seiner pastoralen Arbeit schon Thema. Aber eben nur partiell. In wenigen Wochen wird es Kern seines Berufes sein.

Die Stelle eines Seelsorgers war erst 2013 geschaffen worden. Menschen in der Müritzklinik mediclin in Waren und in Röbel, in der Lungenklinik Amsee mit ihrer Palliativstation, der AHG-Klinik und dem Kurzentrum auf dem Warener Nesselberg möchte er Kraft und Trost  geben, wenn eine Diagnose oder das nahende Lebensende Zeit, Zuwendung und menschliche Nähe brauchen. Diese kommen dem Theologen aus Rostock, der vor 22 Jahren seine erste Stelle als Pastor in der Warener Mariengemeinde antrat, auch im Alltag und selbst in der zurückliegenden Kirchenarbeit zu kurz. „Es ist immer ein gewisser Zeitdruck da, man verschiebt so manches auf später, und dann kommt es gar nicht dazu. Das ist oft so schade“, sagt er.

Aus den täglichen Zwängen fliehen, wann immer es geht, dazu lädt er ein. Und dazu, bewusst Menschen zu begegnen, sich für sie zu interessieren, zuzuhören. Aspekte, die nicht nur ein Pastor wahrnehmen kann. Allerdings werden gerade diese Dinge es sein, die seine kommende Arbeit ausmachen. „Ich bin froh, dass ich mich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen und mich dafür entsprechen pastoralpsychologisch qualifizieren kann“.

Die mehr als zwei Jahrzehnte Pastor-Lebens hat Leif Rother fest im Kopf und Herzen. 22 Jahre: das waren nicht nur die Aufbaujahre des Gemeindelebens in Waren und im Stadt- und Landbereich der Mariengemeinde. Sondern das war auch die Zeit der eigenen Familie – mit Frau und zwei inzwischen erwachsenen Kindern.

Projekte, die ihm und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern in all der Zeit gelangen, fallen ihm rasch ein, voller Freude, Stolz und Dankbarkeit: „Dass uns die Sanierung der Marienkirche seit 1992 über verschiedene Abschnitte gelungen ist, das macht mich wirklich froh. Jetzt sind es dort nur noch Kleinigkeiten. Da haben viele an einem Strang gezogen, eine tolle und wichtige Leistung für die ganze Stadt“, blickt Leif Rother zurück. Das Wasser-Projekt in Tansania gehört auch zu jenen Aktionen, in die er und viele Mitstreiter Herzblut fließen ließen. Der Aufbau der evangelischen Schule in Waren, wenn auch mit Rückschlägen, zähle zu den wichtigen Erfolgen.