Suche nach DNA-Spuren in Rechlin:

Ermittlungen nach Hakenkreuz-Attacke abgebrochen

Die Hakenkreuze am ehemaligen Konsum in Gotthun sind noch immer zu sehen. Das muss weg, fordert die Polizei. Dafür muss der Eigentümer sorgen. Doch der sitzt im Knast.

Vor wenigen Wochen hatten bislang Unbekannte an das Wohnhaus der Familien aus Bulgaren ein Hakenkreuz geschmiert. Nach der Reinigung ist es immer noch deutlich zu sehen, ganz links an der Mauer.
Carina Göls Vor wenigen Wochen hatten bislang Unbekannte an das Wohnhaus der Familien aus Bulgaren ein Hakenkreuz geschmiert. Nach der Reinigung ist es immer noch deutlich zu sehen, ganz links an der Mauer.

Die Kripo blickt nach Rechlin. Noch immer. Schließlich ist längst nicht geklärt, wer im vergangenen November eine Flagge mit Hakenkreuz hoch über der Gemeinde gehisst hat. Die Fahne mit dem verfassungsfeindlichen Symbol haben die Ermittler sich nun ein weiteres Mal quasi unters Mikroskop gelegt. Wie Polizeisprecher Andreas Scholz am Montag auf Nachfrage informierte, werde nach allen möglichen und noch so winzigen Spuren wie DNA, Fingerabdrücken etc. gesucht. „Vielleicht finden wir Spuren, die wir mit anderen vergleichbaren Delikten in Verbindung bringen können“, sagt Scholz weiter.

Das „Klinkenputzen“ seiner Kollegen, die in Rechlin nach Zeugen suchten und Einwohner befragten, sei aber abgeschlossen. Dass Rechlin als Urlaubsregion durch Aktionen wie diese in die rechte Ecke gerate, das hatte damals etliche Leute besorgt. Sorge hatten auch die Kameraden der Feuerwehren in jenen Stunden, in der sie das Corpus Delicti vom Haus holen sollten. Das war schließlich schwer zugänglich. Eine Drehleiter hatte letztlich her gemusst.

Auch im Knast hat man Verpflichtungen

Eingestellt wurden unterdessen die Ermittlungen in der Gemeinde Gotthun nahe Röbel. „Wir haben dort alle kriminalistischen Untersuchungen ausgeschöpft, konnten aber leider keinen Tatverdächtigen ausfindig machen. Das ist unbefriedigend, kommt aber auch mal vor“, sagte Andreas Scholz. In Gotthun hatten vor Weihnachten Unbekannte zwei Hakenkreuze an das Wohnhaus einer bulgarischen Familie geschmiert. Die Familie ist aus ungeklärten Gründen weggezogen. Die Kreuze sind allerdings auch nach der Reinigung an dem verwaisten Haus zu sehen. Sie heben sich weiß von der Fassade ab.

Was nun? „Der Eigentümer ist dafür verantwortlich, dass das Haus von solchen verfassungsfeindlichen Symbolen befreit wird“, heißt es dazu von der Polizei. Der allerdings sitzt nach Nordkurier-Informationen im Knast. Das macht die Sache nicht einfacher, ist aber kein Hindernis, wie die Polizei meint. Auch wenn man hinter schwedischen Gardinen lebt, müsste man jemanden beauftragen, damit die Hakenkreuze endlich aus dem Dorfbild verschwinden. In der Gemeinde hat man sich an den Anblick des leeren Hauses längst noch nicht gewöhnt. „Es waren so viele Kinder in dem Haus, die hatten sich mit denen im Dorf schon befreundet“, so einige bedauernde Worte. Warum die Familien ausgezogen und vor allem, wo sie hingezogen sind, das weiß bis heute niemand in Gotthun so genau.

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