Demonstration:

Etwa einhundert NPD-Anhänger ziehen durch Waren

In Waren fand am Sonnabend eine Demonstration der NPD statt. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort. Es gab Gegenproteste.

Polizisten schirmen eine Sitzblockade ab, damit die NPD-Anhänger vorbei ziehen können.
Florian Ferber Polizisten schirmen eine Sitzblockade ab, damit die NPD-Anhänger vorbei ziehen können.

Die NPD und Anhänger der Partei demonstrierten am Sonnabend in Waren. Die etwa einhundert teils vermummten Demonstrationsteilnehmer trafen sich zunächst ab 12 Uhr am Bahnhof und zogen von dort in Richtung Altstadt. Dort sorgten sie durchaus für verwunderte Blicke bei den Touristen. Die Demonstranten waren mit diversen Flaggen, Spruchbändern und Plakaten ausgestattet.

Das Thema lautet "Gemeinsam gegen linke Gewalt", außerdem geht es in knappen Parolen um "Nationalen Widerstand" und Flüchen gegen die Globalisierung. Zu dem Demonstrationszug gehörte auch ein Fahrzeug, das die Aufschrift "Thügida" trug und damit offensichtlich Unterstützern aus Thüringen gehört.

Mehre Antifaschisten setzten sich der NPD zu Beginn in den Weg und bildeten Blockaden auf der Straße. Die Polizei führte den Demonstrationszug daran vorbei. Abgesehen von ein paar Sprüchen auf beiden Seiten gab es dabei keine Zwischenfälle.

Mehrere Straßensperrungen in der Stadt

In Papenberg fand ab etwa 14 Uhr eine Zwischenkundgebung statt. Dort sprach der EU-Abgeordnete Udo Voigt und begrüßte die Entscheidung der Briten zum Austritt aus der EU. Weitere Reden folgten, unter anderem auch von der Warener NPD-Stadtpolitikerin Doris Zutt. Ricarda Riefling aus dem Bundesvorstand der Partei nahm ebenfalls an dem Umzug teil. Nach einer Abschlusskundgebung am Marktplatz ging die Demonstration gegen 16.30 Uhr zu Ende.

Eine Sprecherin der Polizei zog zum Abschluss ein positives Fazit des Einsatzes. "Während der Demo wurden sieben Platzverweise für Gegen-Demonstranten ausgesprochen, die versucht haben zu stören", so die Sprecherin. Am Ende der Veranstaltung habe am Bahnhof eine Frau, die nicht zu den Demonstranten gehörte, den Hitlergruß gezeigt und werde entsprechend zur Verantwortung gezogen. Eine Gegendemo sei nicht angemeldet gewesen. Insgesamt seien etwa 200 Polizeibeamte im Einsatz gewesen. Während des Umzugs wurden mehrere Straßen zeitweise gesperrt, somit gab es teils deutliche Einschränkungen für den Verkehr.

Als Antwort auf die Demonstration schlossen sich verschiedene Gruppen der Stadt zu einer Gegenveranstaltung zusammengeschlossen. Dort sprach auch die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

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