Ruheforst:

Ewige Ruhe finden unterausgesuchten Bäumen

Ruhig ist es im Sietower Ruheforst immer – doch jetzt sind dort mehr Besucher zu sehen als sonst.

Revierförster Martin Neumann und Forstamtsmitarbeiterin Anne Reichstein (von links) erklären gemeinsam die Besonderheiten des Sietower Ruheforstes.
Petra Konermann Revierförster Martin Neumann und Forstamtsmitarbeiterin Anne Reichstein (von links) erklären gemeinsam die Besonderheiten des Sietower Ruheforstes.

Ein schöneres Waldstück hat Förster Martin Neumann vom Forstamt Wredenhagen nicht in seinem Revier: Das Gebiet, das seit 2009 als einziger Ruheforst der Müritzregion ausgewiesen ist und in dem Waldbestattungen möglich sind, verzaubert mit seinem alten und vor allem abwechslungsreichen Baumbestand. „Der November bringt viele Menschen dazu, sich mit dem Tod auseinander zu setzen. Dem wollen wir auch Rechnung tragen und bieten Führungen an“, erklärt der Förster. „Es gibt viele Fragen. Denn einen Friedhof kennen die meisten, aber ein Ruheforst ist eben nicht so geläufig“, weiß Anne Reichstein, die im Forstamt für die Betreuung der Kunden zuständig ist.

Am Sonnabend, 23. November, um 10 Uhr gibt es die nächste Führung im Sietower Ruheforst. Vorgestellt werden die Bäume, die als Bestattungsbiotop ausgewiesen sind. Denn nicht jeder Baum, der im Ruheforst wächst, ist für Beerdigungen vorgesehen. „Wir haben ausgewählte Bäume, die per GPS vermessen und in einem Kataster eingetragen sind, so dass die Urnengräber immer wieder zu finden sind, sollte mal ein Baum umfallen“, erklärt Förster Neumann. Denn naturnah geht es im Ruheforst zu: Grabschmuck oder gar Grabsteine sind tabu, lediglich ein kleine Tafel weist auf die letzte Ruhestätte eines Verstorbenen hin - manchmal nicht ein mal die. Und auch die Urne selbst muss aus biologischem, abbaubaren Material bestehen. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Urnen können aus Holz sein, aber auch aus Zellulose oder Maisstärke“, erklärt Anne Reichstein. Sie betont, dass die Urnen sehr würdevoll und meist von herkömmlichen nicht zu unterscheiden seien. Wer sich selbst ein Bild davon machen will, der kann am Sonnabend zur Führung in den Ruheforst kommen. Dabei bereiten die Forstamtsmitarbeiter eine Urnenstelle vor und zeigen Urnen-Modelle.

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