Oberliga-Aus: Persönliche Gründe als Absturzursache:

Ex-Profi übt scharfe Kritik am Vorstand

Enttäuschung und Verbitterung schwingt in Jens Dowes Stimme mit. Der (Noch-)Trainer des (Noch-)Oberligisten Waren 09 hat die Nachricht vom finanziell bedingten Aus noch nicht verdaut – und weiß, wie der Verein hätte gerettet werden können

Demnächst ohne Job: Jens Dowe (links) tut sich die Landesklasse nicht an - sein Kollege Peter Vollmann musste mittlerweile in Rostock auch seinen Hut nehmen.
Andy Bünning Demnächst ohne Job: Jens Dowe (links) tut sich die Landesklasse nicht an - sein Kollege Peter Vollmann musste mittlerweile in Rostock auch seinen Hut nehmen.

„Vor 14 Tagen erzählte uns der damalige Vorsitzende Fred Bethke noch, dass es in der Oberliga weiter geht – und jetzt gibt es doch den Absturz in die Landesklasse.“ Jens Dowe ist fassungslos und versteht nicht, warum „persönliche Befindlichkeiten im Vorstand dazu geführt haben, dass die finanzielle Lücke nicht geschlossen werden konnte“. Schließlich seien die finanziellen Probleme doch schon seit Monaten bekannt gewesen und intern immer angesprochen worden – „doch der Vorstand ist seinen Aufgaben einfach nicht nachgekommen und hat es versäumt, neue Sponsoren an Land zu ziehen“.

Norbert Conrad als Retter

Von seiner harten Kritik nimmt Dowe ausdrücklich Stephan Zickuhr aus – „was er jetzt leistet, da ziehe ich meinen Hut. Es wäre gut gewesen, wenn alle so akribisch gearbeitet hätten“. Damit nicht genug: Der ehemalige Bundesligaprofi von Hansa Rostock und dem Hamburger SV hat auch ein Rezept, wie Waren 09 hätte gerettet werden können: „Norbert Conrad war ja bereit, als großer Sponsor weiter zur Verfügung zu stehen, wenn er denn im Herbst vergangenen Jahres in den geschäftsführenden Vorstand gewählt worden wäre.“ Doch da habe es persönliche Gründe innerhalb des Vorstandes gegeben, die dies verhindern hätten. Jens Dowe tief getroffen: „Und deshalb hat Waren jetzt keine Oberliga-Mannschaft mehr!“ Für die Spieler sei dies natürlich extrem bitter, auch er als Trainer sei in diesen Stunden noch planlos. Gemeinsam mit seinen Schützlingen möchte Dowe die restlichen zwei Saisonspiele jetzt gut über die Bühne bringen – „und dann mal schauen, was sich so ergibt. Das Gegurke in der Landesklasse jedenfalls tue ich mir nicht an.“