Angeblicher Brand in einem Retzower Kuhstall:

Fehlalarm ruft sieben Wehren auf dem Plan

Die Sirenen heulten, Feuerwehrleute rasten zum Depot: Ein Stall, mit Kühen besetzt, brennt! Doch was zunächst wie ein ein Großeinsatz aussah, entpuppte sich als Nullnummer.

Insgesamt hatten sich sieben Wehren aus Rechlin, Röbel, Mirow, Lärz, Vipperow, Priborn und Boek mit 18 Feuerwehrfahrzeugen auf den Weg nach Retzow gemacht.
© davis - Fotolia.com Insgesamt hatten sich sieben Wehren aus Rechlin, Röbel, Mirow, Lärz, Vipperow, Priborn und Boek mit 18 Feuerwehrfahrzeugen auf den Weg nach Retzow gemacht.

Ein Fehlalarm hatte Feuerwehrleute aus der gesamten südlichen Müritzregion am Freitagmorgen kurz vor 5 Uhr aus dem Schlaf gerissen und sie zu einem vermeintlichen Großeinsatz gerufen. Eine Frau hatte den angeblichen Brand unter der Notrufnummer 112 in der Leitstelle des Landkreises um 4.42 Uhr gemeldet. In Röbel wurde Sirenen-Alarm ausgelöst. Ein Kuhstall in Retzow sollte brennen, es würden sich noch Tiere in dem Gebäude befinden. Doch wie die Kameraden, die als erste vor Ort in Retzow eintrafen, schnell feststellen konnten, brannte dort nichts. Insgesamt hatten sich sieben Wehren aus Rechlin, Röbel, Mirow, Lärz, Vipperow, Priborn und Boek mit 18 Feuerwehrfahrzeugen auf den Weg nach Retzow gemacht.

Die Röbeler Feuerwehrleute, die mit ihrer Drehleiter auf dem Weg zum vermuteten Kuhstallbrand waren, mussten zum Beispiel kurz vor Vipperow wieder umkehren. "Natürlich ist das alles sehr, sehr ärgerlich, genauso wie die unnötigen Fehlalarme  der Brandmelde-Anlagen nachts um 1 oder um 2 Uhr auslösen. Wir versuchen aber einen Haken an die Sache von Freitagnacht zu machen und uns unseren Ehrgeiz nicht nehmen zu lassen", meinte Röbels Wehrführer Danny Karnatz gegenüber dem Nordkurier. Dennoch wünschte er sich, dass die Anruferin, sollte sie Fehlalarm vorsätzlich ausgelöst haben, von der Polizei ermittelt wird. "In so einem Fall müsste das bestraft werden", findet Karnatz. Denn für die Kameraden, die ausrücken mussten, sei es mit der Nachtruhe natürlich vorbei gewesen, die meisten mussten trotz des Stresses in den Morgenstunden pünktlich zur Arbeit. "Das ist eine zusätzliche, eine unnötige Belastung für uns alle", meinte Wehrführer Karnatz.

Peter Handsche, Leiter des Kreis-Ordnungsamtes, betonte, dass der Disponent, der den Notruf der Frau am Freitagmorgen entgegen genommen hatte, richtig gehandelt habe. "Die Anrufe wurde natürlich aufgezeichnet, und ich habe ihn mir angehört. Die Frau machte einen sehr aufgeregten und erschütterten Eindruck. Sie ging davon aus, dass der Stall brennt. Sie hatte außerdem Kühe laut muhen hören", schildert Handsche seinen Eindruck. Anhand der Telefonnummer konnte noch am Freitag-Vormittag die Frau identifiziert werden. Von Seiten der Polizei wird jetzt geprüft, ob der Notruf absichtlich und wissentlich falsch ausgelöst wurde. Für einen absichtlichen Notruf-Missbrauch können eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe verhängt werden.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung