Naturschützer machen sich gegen Schwimmponton stark:

Finden bald Tagungen auf dem Herrensee statt?

Übers Wasser gehen? Da geht noch mehr in Waren, kann sich der Landrat vorstellen. Doch der Plan der Kreisverwaltung, auf dem Herrensee hinterm Müritzeum ein schwimmendes Tagungshaus zu schaffen, stößt bei Naturschützern auf wenig Gegenliebe.

Dass durch einen Ponton für Veranstaltungen der beschauliche Blick über den Warener Herrensee hinter dem Müritzeum getrübt wird, davon sind Mitstreiter im Warener BUND überzeugt.
Carina Göls Dass durch einen Ponton für Veranstaltungen der beschauliche Blick über den Warener Herrensee hinter dem Müritzeum getrübt wird, davon sind Mitstreiter im Warener BUND überzeugt.

Trockenen Tagungen eine ungewöhnliche Kulisse zu geben, damit könnte das Warener Müritzeum punkten. Die Idee für eine schwimmende Plattform auf dem Warener Herrensee – eine sogenannte Eventplattform - war geboren. Oben Versammlung oder Vergnügen und unten Fischlein und Co. - mal was anderes, mag der Landkreis meinen, der entsprechend einen Antrag im eigenen Haus bei der Unteren Naturschutzbehörde für ein Okay stellte. Denn mal eben so den Herrensee „bebauen“, das darf auch die Kreisverwaltung nicht.

„Und sollte es auch besser bleiben lassen“, geht es nach Jochen Eicke, dem Vorsitzenden der BUND-Gruppe Waren, und seinen Mitstreitern. Auch die Ansicht des BUND ist im Zuge des Genehmigungsverfahrens gefragt. „Die schwimmende Eventplattform wird dem Müritzeum wahrscheinlich mehr schaden als nutzen und von uns abgelehnt“, machte Jochen Eicke deutlich.

„Die Sinnhaftigkeit eines solchen Baus erschließt sich einfach nicht. Und es wäre so oder so ein Eingriff in die Natur, und darum werden auch immer Alternativen gefordert. Diese konnten wir in dem Antrag des Kreises nicht erkennen“, betonte der BUND-Mann. Ihm sei bewusst, dass das Interesse an Tagungen im Müritzeum wachse und das Haus einen Konferenzraum für 100 bis 120 Personen gut gebrauchen könnte, aber nicht um den Preis eines schwimmenden Teils auf dem schönen See, der derzeit einen ungetrübten Blick gewähre. Der aktuelle Raum im Müritzeum sei zweifellos zu klein.

Doch an der Sache ist mehr dran, gibt Müritzeums-Chefin Andrea Nagel, zu bedenken. Zu der avisierten Plattform selbst wollte sie sich am Donnerstag gegenüber Nordkurier nicht äußern. Betonte aber, dass ihr „das ganze Projekt, das gerade beim Wirtschaftsministerium vorliegt, sehr am Herzen liegt“. Denn die schwimmende Eventplattform sei nur ein kleiner Teil des Sanierungsvorhabens für das Müritzeum. Dazu gehört beispielsweise auch neue Technik.

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