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FKK - ja oder nein?

Wie Adam und Eva im Paradies – unbeschwert und frei von Bikini und Badehose, so wird auch in unserer Region ein Bad im See zum Genuss für viele. 2015 hat die Badesaison noch gar nicht begonnen, da gibt es schon den ersten Ärger um die Nackedeis.

In vielen Ländern ist FKK-Baden komplett verboten. Nicht jedoch in der Seenplatte.
Bare Necessities Tour and Travel In vielen Ländern ist FKK-Baden komplett verboten. Nicht jedoch in der Seenplatte.

Freie Sicht auf Busen und Hintern? Nein, Siegfried Stein will das seinen Augen nicht zumuten. Er wohnt direkt am Kluger See in Klein Trebbow. Was sich da an manchen Tagen, selbst zu dieser Jahreszeit, vor seinem Fenster abspielt, will der Mann nicht sehen. „Ohne Rücksicht wird hier nackt gebadet“, sagt Siegfried Stein. Er habe nichts dagegen, wenn sich an versteckten Ecken nackig gemacht wird, um so in den See zu springen. Doch gerade in Klein Trebbow sei der See direkt an den Häusern, da müsse dies untersagt werden.

Er und seine Schwester vermieten Ferienwohnungen in dem Neustrelitzer Ortsteil. Die Gäste sitzen gern auf den Balkons mit Seeblick. „Wir sind inzwischen schon mehrmals auf das Problem angesprochen worden“, berichten Siegfried Stein und Erika Rachow. Noch seien die Nackedeis in der Minderheit, aber die beiden fürchten, dass sich mehr Freunde der freien Körperkultur angelockt fühlen.

Spezielle FKK-Strände an der Ostsee

Vor Jahren war ein Streit ums Nacktbaden an der Ostsee entbrannt. Dort gibt es jetzt speziell ausgewiesene FKK-Strände. Auch für die Seen sei so etwas notwendig, findet Siegfried Stein. „Das Gesetz lässt es zu, so etwas in Badesatzungen festzulegen.“ Siegfried Stein kennt kein Pardon. Selbst ein Freund, der bekennender Nacktbader ist, dürfe bei ihm nur in Badehose in den See steigen. Seine Schwester hingegen hat ein ganz anderes Problem. Ihr Schwiegersohn ist Deutsch-Iraner. „Wir haben auch mal Gäste aus Teheran – die wären entsetzt bei solchem Anblick“, sagt Erika Rachow. Die beiden vermieten seit Mitte der 1990er Jahre Ferienwohnungen auf dem einstigen elterlichen Grundstück. Beide sind aus Hagen Westfalen zurückgekommen.

Bricht jetzt in der Seenplatte etwa ein FKK-Streit aus? Aus dem Neustrelitzer Rathaus heißt es: „Das müssen wir nicht explizit regeln.“ Beschwerden über zu viel nackte Haut habe es noch nicht gegeben. An den Badestellen gebe es Schilder über das Verhalten an den Seen. Ob dabei Bikini oder Hose getragen werden muss, werde damit nicht festgelegt. „Eine entsprechende Satzung dazu ist auch nicht in Arbeit.“

"Soll doch jeder baden, wie er will"

In sozialen Netzwerken wird bereits heiß diskutiert. Von „Müritz Art“ heißt es: „Das Problem liegt wohl anders. Wir brauchen keine FKK Strände, sondern höchstwahrscheinlich Ossi- und Wessi-Badestrände.“ Ato Gretzki fügt dem via Facebook hinzu: „An der Ostsee hat man ja erlebt, was passiert, wenn die verklemmte Wessi-Invasion kommt. Die traditionsreichen FKK-Strände wurden an die hinterste Ecke vertrieben. Jetzt bin ich kein FKK-Anhänger, aber habe nichts gegen FKK. Soll doch jeder baden, wie er will.“ Tanja Krüske fasst die Meinung der meisten zusammen: Wer’s nicht sehen mag, möge woanders hingucken.

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Kommentare (2)

der ddr kulturkreis ist eben anders und weltoffener als mancher annehmen mag. wenn ich woanders mich im urlaub befinde habe ich mich auch nach den landessitten zu benehmen oder ich muss konsequenzen einstecken. also liebe ausländische mitbürger (auch aus dem westen der republik) akzeptiert die fkk freiheit in unseren landen oder geht nach sylt

Also ich kenne durchaus auch Iraner die begeisterte Anhänger der Freikörperkultur sind. Was sagt man dazu?! - So empfinde ich es hier für durchaus angebracht, nicht noch mit anderen, recht weit entfernt liegenden Haltungen, die eigene hier scheinbar immer wieder auf Ablehnung stoßende versuchen zu begründen. Dazu ist es in Zeiten von so manchem Pegida-nahen-Schnellschuss recht gefährlich, noch der Region recht fremde Kulturkreise für die eigene Ablehnung der hiesigen lange praktizierten Freizügigkeit in Gewähr nehmen zu wollen - siehe einige Facebook Kommentare zu dem hier aufgemachten Thema. - Die Seenplatte ist voll von Gewässern und dünn besiedelt. Es ist hier durchaus eine Qualität, dass recht unausgesprochen jeder nach seiner eigenen Fasson seiner bevorzugten Badepraxis nachgehen kann. Hierfür wird der Osten Deutschlands von internationalen Besuchern, ob seiner unverkrampften Haltung zum Körper in Zeiten von dessen medialer und religöser Überhöhung, die vielfach krankhafte Beziehungen zu diesem und sich selbst mitbringt, eher beneidet wird - man gucke sich nur einmal all die fremdsprachigen Blogs zu Berlin an.... - Ich will empfehlen den Ball flach zu halten und die Seenplatte an ihren Badestellen so wahrzunehmen wie sie sein kann - unheimlich vielfältig in ihren Facetten, offen und vor allem darin immer besonders schön, wie auch immer sie sich gerade zeigt.