Fletcher-Oldies:

Erinnerungen an die Marine-Zeit

Die Schule hat Joachim Berkner kaum interessiert. Die See um so mehr. Als Torpedotechniker erfüllte er sich den Traum. Dafür musste er den Schlafraum mit 70  Männern teilen.

So ein Schiff - nur eben ein wenig größer: Joachim Berkner (links) und Horst Peters gehören zu den Fletcher-Oldies.
Carsten Schönebeck So ein Schiff - nur eben ein wenig größer: Joachim Berkner (links) und Horst Peters gehören zu den Fletcher-Oldies.

Eine heiße Zeit sei das gewesen, erinnert sich Joachim Berkner. Anfang der 1960er-Jahre – Kuba-Krise. Als Soldat der Bundeswehr diente er auf einem Zerstörer der Fletcher-Klasse. „Wir waren ständig in Alarmbereitschaft, sind aus den Uniformen gar nicht raus gekommen“, sagt er. Man hätte schon gewusst, was der Krieg mit sich bringen würde. „Aber darüber durfte man nicht zu viel grübeln“, erzählt er beim Treffen der Fletcher-Oldies in Waren. Hinter den Oldies verbergen sich all jene, die früher auf dem speziellen Schiffstyp gefahren sind.

Den Traum von der Seefahrt hatte sich Berkner als junger Mann wohl etwas anders vorgestellt. Heute ist er 68 Jahre alt. Beim Treffen an der Müritz werden Vergangenheit und alte Geschichten gepflegt. Zwischen 1958 und 1983 waren die Zerstörer im Auftrag der Bundeswehr unterwegs. Eine Leihgabe der Amerikaner. „So ein Schiff hat es danach nicht mehr gegeben“, behauptet Berkner. 250 Mann Besatzung, nachts mit 70 Kameraden in einem Raum. „Das waren schon Entbehrungen“, sagt er. Ein bisschen gruselt es ihn, wenn er daran denkt, was aus den Schiffen geworden ist. „Die meisten sind nach Griechenland und die Türkei gegangen und für Abschussübungen genutzt worden.“

Kanonenfutter waren er und seine Kameraden beileibe nicht. „Es war schon eine tolle Zeit und ich habe viel von der Welt gesehen.“ England, Norwegen, Schweden, Island... Und stimmt es, was man über Seeleute auf Landgang sagt? „Wir hatten schon den einen oder anderen, der nachts verschwunden ist. Wir haben uns dann unseren Teil gedacht.“ Immerhin, die Unteroffiziere mussten erst morgens zum Wecken wieder da sein.  Auch sonst war das Leben an Bord nichts für Weicheier. Im Sommer schlafen bei 40 Grad Celsius, im Winter mit einer dicken Eisschicht an der Wand. Und das Heimweh habe viele fertiggemacht.

Berkner fuhr ab September 1964 ein Jahr lang auf einem Fletcher-Zerstörer.

Seit acht Jahren treffen sich die Seefahrer regelmäßig. Einmal im Jahr, irgendwo in Deutschland. Diesmal in Waren.

 

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