:

Fusion 2016 mit mächtig viel Holz vor der Hütte

Der Countdown läuft, noch einmal werden wir wach, dann ist es soweit: Die 20. Fusionsrakete startet am Mittwochabend ihr Triebwerk. Für die Helfer heißt das: Ranklotzen!

Auch am Casino-Hangar entsteht ein neuer Holzanbau. Beinahe jeder Hangar ist mit eigener Bar ausgestattet. Obwohl die Eule etwas versteckt steht, ist sie ein echter Hingucker und funktional: Sie „schluckt“ die Lichtsteuerung für eine der Bühnen zwischen den Bäumen.
Elke Enders Auch am Casino-Hangar entsteht ein neuer Holzanbau. Beinahe jeder Hangar ist mit eigener Bar ausgestattet. Obwohl die Eule etwas versteckt steht, ist sie ein echter Hingucker und funktional: Sie „schluckt“ die Lichtsteuerung für eine der Bühnen zwischen den Bäumen.

Zwar hebt nicht wirklich eine Rakete ab, aber das Wahrzeichen des Lärzer Festivals thront auch dieses Jahr wieder auf einem Hangar. Davor, darunter, daneben, drum rum, überall Menschen, die geschäftig hin- und hereilen. Ob alles rechtzeitig fertig ist? Da wird gepinselt, geschliffen, geschraubt, es werden Balken umhergetragen, Lkw rollen über den Platz, Dixie-Klos werden aufgebaut, Zaunfelder geschleppt und Lücken geschlossen.

Es ist eine weitläufige Großbaustelle, die sich auf dem Kulturkosmosgelände und rund um den Lärzer Flugplatz auftut. Hitze und Starkregenfälle haben dabei auch den Künstlern des Zirkus Casbah auf der Seeseite zu schaffen gemacht. Etwas, was für die französischen Akteure inzwischen aber Gewohnheit ist. Die Wetterkapriolen gehören zum Fusion-Festival dazu, ebenso wie die Casbah-Crew selbst. In den vergangenen Jahren war das nie anders. Doch die großen Zelte stehen und bieten inzwischen auch Schutz und gute Trainingsbedingungen für die Artisten.

"Es wird anstrengend, aber wir schaffen das"

Auf dem großen Gelände ist Holz einer der dominierenden Werkstoffe. Etwa dort, wo das sogenannte Sonnendeck entsteht. Es ist ein neuer Dancefloor, der den Machern unheimlich viel handwerkliches Geschick, Präzision und Fleißarbeit abverlangt. Über 900 Paletten haben die rund 30 Leute der Gruppe Palais Palett aus dem Dresdner Raum nach Mecklenburg gekarrt. Aus diesen Paletten fertigen die jungen Leute, ergänzt durch Balken und Platten, riesige Tetraeder und Kleinelemente. Alles zusammengefügt, ergibt sich ein eigenartiges Gebilde, das erst während des Festivals so richtig zur Geltung kommt. Punk-, Disco-, Weltmusik, House, Techno und andere Musikstilrichtungen, alles unter dem Namen Balearic zusammen gefasst, werden hier aus den Lautsprecherboxen tönen. Seit 3. Juni schon sind die zumeist fusionserprobten Jungs und Mädels vor Ort. Geschlafen wird in Autos und Zelten. Noch türmen sich überall Roh-Holzstapel. Ob die Kulisse pünktlich steht? „Es wird anstrengend, aber wir schaffen das“, sagt Jannis, einer der unermüdlichen Helfer.