Gegen Ticket-Wucher:

Fusion 2015 mit ausgeklügeltem Eintritts-System

Das Fusion-Festival ist beliebt und berüchtigt. Und die Eintrittskarten gelten inzwischen fast schon als "Goldstaub". Darum ändert sich einiges beim Ticketverkauf für 2015.

Mit den alten Flugzeughangar-Anlagen bietet das Festival eine abenteuerliche Kulisse für eine ungewöhnliche Party.
Enders Mit den alten Flugzeughangar-Anlagen bietet das Festival eine abenteuerliche Kulisse für eine ungewöhnliche Party.

Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Die nächste „Fusion“ kommt bestimmt. Und längst ist das Festival auf dem Kulturkosmosgelände in Lärz auch in der Region zu einer Hausnummer geworden. Und zu keiner kleinen. Der eine fürchtet die „Fusion“, weil sie Unruhe, verstopfte Straßen und laut ausstrahlende Musik mit sich bringt, die Tag und Nacht wummert. Andere lieben sie. Sie freuen sich das ganze Jahr darauf, vier Tage lang Fünfe gerade sein zu lassen, unbeschwert zu feiern und dabei Kultur zu genießen. Dabei sind es auch immer mehr Einheimische, die sich für eine Eintrittskarte interessieren.

Und am Montag war Ticketstart für die Fusion 2015, die dann vom 25. bis 28. Juni wieder mehr als 60 000 Besucher aus aller Welt anzieht.  Dabei ist es noch gar kein Verkauf, sondern vielmehr eine Registrierung. Bereits seit Jahren wählt der ausrichtende Kulturkosmosverein Müritz e.V. diesen Weg via Internet, um einem ausufernden Schwarzhandel mit Festival-Karten und Geldwucher vorzubeugen.

Karten dürfen nicht weitergegeben werden

An den regulären Preisen für das Festival hat sich nämlich nichts geändert. Das vier Tage-Ticket kostet 90 Euro zuzüglich 10 Euro Müllpfand, heißt es seitens des Vereins. Aber so leicht ist es dennoch nicht, ans Ticket zu gelangen. Schließlich ist die Zahl der Feiernden, die das Gelände aufnehmen kann, begrenzt. Das heißt, der Verein bedient sich wieder eines ausgeklügelten Eintrittssystems.

Die Karten werden nach einer 14-tägigen Registrierungsphase, also nach dem 14. Dezember, unter allen Bewerbern verlost und auf die jeweiligen Namen ausgestellt. Wer sein Ticket nicht in Anspruch nehmen kann, kann es stornieren. Es auf eigene Faust einem Bekannten weiterzureichen, funktioniert nicht mehr. Denn die Eintrittskarten sind personalisiert und ansonsten ungültig.

Neu ist, dass der Verein für das Stornieren eine Gebühr erhebt. Hintergrund ist, dass der Veranstalter in diesem Jahr nach eigenen Angaben „empfindliche Einbußen“ verkraften musste, weil es zu viele Stornierungen gab oder Ersatzgäste nicht anreisten. Der „Kulturkosmos“ zahlte drauf, weil er das Geld voll erstattete und am Ende auf einigen dieser Tickets sitzen blieb.

Mit dem überarbeiteten Ticket-Verkauf will der Verein fürs nächste Jahr vorbeugen, dass alle Karten einen Bewerber erreichen, der auch anreist. Es sei einfach nötig, so ein kompliziertes System zu fahren – alles andere würde den Schwarzhandel befördern, so die Argumentation.

Als Trost kommt das Theater-Festival

Somit gilt auch in diesem Jahr: Wer kein Ticket auf den eigenen Namen hat, braucht nicht loszufahren, ganz gleich, ob er aus London, Lissabon oder Waren anreist. Und wer es nicht schafft, sich für die Teilnahme zu qualifizieren, für den gibt es in diesem Jahr ein Trostpflaster – allerdings ein ruhigeres und familientaugliches. Das nur alle zwei Jahre stattfindende Theater-Festival „at.tension“ steigt 2015 wieder. Der Termin steht schon fest: Vom 3. bis 6. September verwandelt sich das Vereinsgelände dann in einen Schauplatz für außergewöhnliches Theater, atemberaubende Freiluft-Inszenierungen, Performance, Spektakel, Akrobatik, Gauklerei und unzählige Kleinigkeiten, die entdeckt werden wollen.

Bleibt zu hoffen, dass die „kleine Schwester“ der großen „Fusion“ ihren anfänglichen Zauber bewahren kann – der auch in einer überschaubaren Besucherzahl begründet liegt.

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