Opfer verblüfft Anrufer:

Gauner mit ganz neuer Masche

Da hatten die Betrüger am Telefon die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht. Reaktionsschnell schlägt der Angerufene in Federow die Gauner mit ihren eigenen Waffen.

Der Mann, der zum Opfer werden sollte, reagierte geistesgegenwärtig.
Uwe Zucchi Der Mann, der zum Opfer werden sollte, reagierte geistesgegenwärtig.

So einen Anruf hatte Klaus Sacher auch noch nicht entgegen nehmen müssen. Dabei telefoniert der Mann aus dem Gutshaus Federow viel. Aber bei diesem Gespräch verschlug es ihm doch fast die Sprache. Fast aber nur. Denn der Anrufer stellte sich als Mitarbeiter des Landeskriminalamtes vor, erklärte dem verdutzten Klaus Sacher, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorliege. Dem könne sich der Mann nur mit der Überweisung einer Geldsumme entziehen. Das Perfide dabei: Auf dem Display des Federowers leuchtete als Nummer des Anrufers die Polizeinotruf-Nummer 110 auf. Trotzdem – Sacher roch den Braten. Und antwortete dem frechen Betrüger, dass gerade jemand vom Bundeskriminalamt bei ihm sitze. Die Reaktion folgte prompt - und der eingeschüchterte Versuchs-Betrüger legte auf.

Die Polizei warnt vor solchem sogenannten Call-ID-Spoofing (Rufnummer-Manipulation). Damit wird dem Angerufenen vorgegaukelt, er bekäme einen Anruf von der Polizeinotrufnummer 110. Call-ID-Spoofing bedeutet übertragen, dass im Display des Angerufenen nicht die eigentliche Telefonnummer des Anrufers erscheint, sondern eine frei gewählte andere Telefonnummer. So kann ein Betrüger am Telefon seine vorgegebene, falsche, Identität untermauern. Dabei, so betont die Polizei, rufen die Beamten niemals mit der Absendernummer 110 an. Diese sei dem Notruf vorbehalten, von dieser Nummer werden keine Anrufe getätigt, nur entgegen genommen.