Gefährliche Piste:

Auf der B192 fährt das Risiko stets mit

Trotz Schutzplanken, Geschwindigkeitsreduzierung und ständigen Blitzern: Die Ost-West-Bundesstraße durch das Müritz-Land bleibt nach wie vor Unfallschwerpunkt Nummer 1.

Aus Sicht der Fachleute für Unfälle ist die B 192 von Waren nach Klein Plasten das Hauptübel. Abhilfe werde laut Experten wahrscheinlich nur der seit Langem geplante Ausbau der viel befahrenen Straße schaffen.
Thomas Türülümow Aus Sicht der Fachleute für Unfälle ist die B 192 von Waren nach Klein Plasten das Hauptübel. Abhilfe werde laut Experten wahrscheinlich nur der seit Langem geplante Ausbau der viel befahrenen Straße schaffen.

Zwei verletzte Kraftfahrer und drei Autos, die reif für den Schrottplatz sind - das ist die Bilanz eines Unfalls am Wochenende auf der Bundesstraße 108. Aber trotz des Unfalls in den bei Autofahrern ungeliebten Kalkberger Tannen - diese Stelle wie überhaupt die B 108 zählt nach Ansicht der Experten nicht zu den Unfallschwerpunkten in der Müritzregion.

„Das große Sorgenkind bleibt nach wie vor die B 192“, weiß der langjährige stellvertretende Leiter des Polizeihauptreviers in Waren, Rüdiger Ochlast. Hier besonders die Strecke von Waren durch den Schmachthägener Wald über Schloen bis nach Klein Plasten. Und das nicht erst seit dem schreckliichen Unfall am 2. Juni, als hier zwei Menschen starben. Warum gerade hier, wo unter anderem gerade an den Abzweigen nach Speck und Schmachthagen nicht nur Extra-Abbiegespuren, sondern auch zahlreiche Schutzplanken montiert wurden, weiß so genau niemand zu sagen. „Vielleicht“, mutmaßt Ochlast, „hängt das mit dem Überholdruck zusammen, der sich bei einigen Kraftfahrer bis hier aufgebaut hat.“

Als Unfallschwerpunkt zählen Straßenabschnitte, an denen sich binnen eines Jahres eine hohe Zahl von Unfällen gleichen Charakters ereignen oder wo sich innerhalb von drei Jahren einige, aber schwere Unfälle zutragen, so der Leiter der Unfallkommission des Landkreises, Peter Handsche. Auch aus Sicht der Fachleute für Unfälle ist die B 192 Waren - Klein Plasten das Hauptübel, so der Experte. Abhilfe wird wahrscheinlich nur der seit Langem geplante Ausbau der Straße schaffen. Allerdings - das kann noch dauern. Zwar hat der Bund schon 2009 das Ausbaukonzept für die B 192 bestätigt. Im zuständigen Straßenbauamt Neustrelitz, so hieß es noch im Sommer, hofft man, vielleicht ab 2017 die Bauarbeiten beginnen zu können. Vorausgesetzt, bis dahin ist das Baurecht in trockenen Tüchern und die Finanzierung gesichert. Nach den Neustrelitzer Plänen müssten rund 20 Prozent der Bundesstraße wechselseitig mit einem dritten Fahrstreifen ausgerüstet werden.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!