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Gefährliche Raupen-Nester neben Spielplatz abgesaugt

Weil dieses Insekt für die Menschen kreuzgefährlich werden kann, sind jetzt in der Müritzregion Mitarbeiter einer Spezialfirma damit beschäftigt, solche Raupenansiedlungen aus Bäumen zu entfernen. Priborn ist als erster Ort dran.

Dirk Dankemeyer kann nur mit Hilfe einer Hebebühne an das Nest der Raupen herankommen. Die haben sich in einer Priborner Eiche angesiedelt.
Petra Konermann Dirk Dankemeyer kann nur mit Hilfe einer Hebebühne an das Nest der Raupen herankommen. Die haben sich in einer Priborner Eiche angesiedelt.

In Schutzanzügen und mit Atemmasken haben Mitarbeiter einer Wittstocker Firma im Park neben dem Priborner Kulturhaus ein Nest der Eichenprozessionsspinner-Raupen abgesaugt. Der befallene Baum steht mitten im Dorf und in der Nähe eines Kinderspielplatzes. Um Gefahr von Passanten und vor allem von Kindern abzuwenden, wurde dort vom Röbeler Ordnungsamt das Absaugen der gefährlichen Raupen angeordnet. "Wir machen das nur an Stellen, wo wirklich Menschen hinkommen und wo die Gefahr besteht, dass sie mit den Raupen, vor allem mit den Härchen der Tiere in Berührung kommen könnten", erklärte Ordnungsamtsmitarbeiterin Nicole Wernecke.

Denn die Haare der Eichenprozessionsspinner-Raupen sind kreuzgefährlich: Sie können Brennen und Jucken auf der Haut, aber auch allergische Reaktionen sogar bis hin zum Asthma auslösen. Das Besondere an dieser Raupenart: Selbst dann, wenn sich die Raupen längst verpuppt haben, bleiben die abgestreiften Härchen gefährlich für Menschen - und das auch noch Jahre später. Um an das Nest in Priborn heranzukommen, mussten die Mitarbeiter der Firma Nikolowius mit einer Arbeitsbühne rund zwölf Meter in die Höhe fahren. Oben angekommen, wurde dann das Nest mit einem Industriestaubsauger aus dem Baum geholt. "Es waren ungefähr 30 Raupen im Nest, vier Tierchen waren außerhalb. Ich habe alle erwischt", meint Mitarbeiter Dirk Dankemeyer, der seit über 20 Jahren in der Baumpflege tätig ist, und sich erst seit rund fünf Jahren zunehmend auch mit dem Eichenprozessionsspinner beschäftigen muss. Gerade in Brandenburg sind viele Regionen befallen. Am Vortag erst musste Dirk Dankemeyer in Kyritz rund 21 befallene Bäume mit dem Staubsauger zu Leibe rücken.