Eichenprozessionsspinner unter Beobachung:

Gefährlicher Schädling auf der Fahndungsliste

Wenn jetzt die Natur wieder erwacht, dann bekommen auch nicht ganz so harmlose Tiere wie der Eichenprozessionsspinner Frühlingsgefühle. Nach den gefährlichen Raupen wird in diesem Jahr im Amt Röbel gezielt geforscht.

Die Härchen der Raupen des Eichenprozessionsspinners sind für den Menschen gefährlich.
Patrick Pleul Die Härchen der Raupen des Eichenprozessionsspinners sind für den Menschen gefährlich.

Noch sind die kleinen Raupen des Eichenprozessionsspinners nicht unterwegs, erst Ende Mai oder auch Anfang Juni. Renate Utecht, Ordnungsamtsleiterin in der Röbeler Verwaltung, aber hat die kleinen Tierchen bereits auf ihrem Zettel. „Wir machen verstärkte Kontrollen in den Bereichen, die im vergangenen Jahr betroffen waren“, erklärt sie auf Nordkurier-Nachfrage.

Denn die putzig anmutenden Raupen sind kreuzgefährlich. Vor allem die auffälligen Brennhaare der Raupe sind es, die bei Menschen Erkrankungen auslösen können: Hautreaktionen, Augen-Entzündungen, Bronchitis, Fieber, Schwindelanfälle, sogar Asthma-Anfälle sind möglich. Im vergangenen Jahr machte es sich der Eichenprozessionsspinner an der Kreisstraße bei Kieve und Massow sowie in den beiden Dörfern selbst, in Grabow-Below, in Jaebetz/Marienhof, am Radweg zwischen Boek und dem Bolter Kanal sowie auf dem Campingplatz C 15 am Bolter Kanal bequem. Auch in Below am alten Weg nach Neukrug, an Waldrändern entlang der Kreisstraßen 18 und 19 sowie im Belower Wald waren die Behörden den gefährlichen Raupen vor fast genau einem Jahr auf die Spur gekommen. Damals durch einen Zufall, als eine Radfahrerin bei Gotthun die Raupen entdeckt haben wollte und das den Behörden meldete. Ein Fehlalarm – aber Kontrollen wurden im Amt Röbel Müritz trotzdem veranlasst und ein Wredenhagener Revierförster wurde dann fündig. 

Hoffen auf weniger Raupen

Renate Utecht rechnet damit, dass 2015 möglicherweise weniger Raupen als noch im vergangenen Jahr auftreten. „Fachleute beschreiben, dass dort, wo die Raupen und ihre Nester durch Spezialfirmen abgesaugt wurden, im Folgejahr die Population viel kleiner ist“, so Renate Utecht weiter. Außerdem habe das Land Brandenburg im Jahr 2014 umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Raupen mit chemischen Mitteln zu bekämpfen. „Geht man davon aus, dass sich der Eichenprozessionsspinner von Süden nach Norden ausbreitet, also von Brandenburg bis nach Süd-Mecklenburg, ist zu hoffen, dass die Raupen in diesem Jahr auch bei uns weniger werden. Das muss aber nicht so bleiben. Das kann im nächsten Jahr schon ganz anders aussehen“, erklärt die Röbeler Amtsleiterin. 

Abgesaugt werden die Raupen und ihre Nester übrigens nur an den Orten, an denen die Tiere direkt Menschen gefährden könnten - zum Beispiel auf Spielplätzen, auf öffentlichen Wegen und Plätzen. „Wenn jemand also Raupen an solchen Stellen entdeckt, sollte er die Behörden informieren“, so Renate Utecht.

Das Absaugen der Raupen ist eine von Fachleuten empfohlene Methode. Denn auch wenn sich die Raupen längst verpuppt und zu einem Falter entwickelt haben, sind die zurückgelassenen Gifthaare der Raupe noch nach Jahren gefährlich für Menschen. Treten die Raupen des Eichenprozessionsspinners jedoch in Wäldern auf, werden Menschen durch ein Hinweisschild auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Wegbleiben und nichts anfassen. 

Apropos wegbleiben: Viele Bürgermeister der betroffenen Gemeinden im Amt Röbel Müritz hoffen, dass der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr aus ihren Dörfern wegbleibt. Denn wenn dort Spezialfirmen anrücken und die Raupen absaugen, geht das zu Lasten der Gemeindekasse. „Ja, im Rahmen der sogenannten Gefahrenabwehr muss die Gemeinde das bezahlen“, betätigt Renate Utecht. Immerhin kostet der Einsatz einer Spezialfirma rund 2000 Euro pro Tag.

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