Giftiges Trinkwasser:

Röbel hat immer noch fünf Wasserleitungen aus Blei

Besonders für Kinder und Schwangere ist es gefährlich: Die schleichende Vergiftung durch Blei im Trinkwasser. Doch die alten Bestände an Bleirohren halten sich hartnäckig. Und das gilt auch für andere gefährliche Stoffe.

Dank neuer Grenzwerte wird jetzt auch den letzten Blei-Rohren der Kampf angesagt.
Sebastian Kahnert Dank neuer Grenzwerte wird jetzt auch den letzten Blei-Rohren der Kampf angesagt.

Neue Regeln für das Trinkwasser. Bundesweit gelten seit Kurzem strengere Grenzwerte für Blei. Dumm nur, wenn das Wasser durch bleierne Rohre in den Hahn gelangt. Denn dann kann das Metall leicht ins Wasser geraten. Auch an der Müritz gibt es solche Leitungen noch.  „Die Gefahr besteht vor allem dann, wenn das Wasser längere Zeit in den Leitungen steht, weil sie nur unregelmäßig genutzt werden“, erklärt Roger Taedtke, Leiter der Wasserwerke für das Amt Röbel. Taedtke weiß: Auch in seinem Bereich gibt es noch zahlreiche Häuser, in denen Bleileitungen liegen. Das allerdings sei eine Sache der Eigentümer. Die Werke selbst haben ihre Bestände allerdings auch noch nicht vollständig ausgetauscht. Lange Zeit hatten die Behörden die Gefahren durch eine schleichende Bleivergiftung unterschätzt. Gerade bei Kindern und Schwangeren kann dadurch das Nervensystem geschädigt werden.

„In Röbel gibt es derzeit noch fünf Blei-Leitungen, die das Wasser vom Hauptrohr zu einzelnen Häusern transportieren“, sagt Taedtke. Alle liegen sie unter der Bahnhofstraße. Ob die Grenzwerte dort dennoch eingehalten werden? Das weiß keiner. Denn an diesen Punkten würden die Wasserwerke keine Messungen ausführen. Allerdings auch, weil Abhilfe in Aussicht steht. „Sobald im neuen Jahr das Wetter mitspielt werden diese Leitungen durch Kunststoffrohre ersetzt“, so der Wasser-Chef.

In Waren brauchen sich die Einwohner keine Sorgen um den Bleigehalt machen. Laut Auskunft der Stadtwerke liegt der Gehalt im Wasser deutlich unter den neuen Grenzwerten. „Wir haben die letzten Bleirohre vor zwei oder drei Jahren ausgewechselt“, sagt Mitarbeiter Udo Reimer. Waren habe stark davon profitiert, dass schon zu DDR-Zeiten viele Leitungen erneuert wurden. Zu Zeiten, als Blei längst nicht mehr in Baustoff-Mode war. Allerdings liegen hier noch andere Probleme unter der Erde. „Ein Teil unserer großen Zuleitungen in der Innenstadt ist aus Asbestbeton“, erklärt er. Das allerdings sei weniger dramatisch, als es sich anhöre. Denn gesundheitsschädlich sei Asbest nur als Staub in der Luft. „Solange die Rohre unter der Erde liegen, geht davon keine Gefahr aus“, sagt Reimer. Das Wasser würde den Stoff nicht aufnehmen. Gesetzliche Messungen zum Asbestgehalt im Wasser gibt es allerdings nicht. Trotzdem würden die Asbest-Rohre seit einigen Jahren nach und nach ausgetauscht.

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