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Gegen die Finanzkrise: „Lichtblick“ erhält Hilfe

VonSören MusyalDie Begegnungsstätte „Lichtblick“ in Waren ist gerade erst der Schließung entgangen. Weil sie trotzdem nicht im Geld schwimmt, schickt ...

Helmut Kücker (links) und Heiner Dittrich vom Lions Club konnten sich im Gespräch mit Birgit Gadau noch einmal versichern: Ihre Spende wird im „Lichtblick“ dringend gebraucht.  FOTO: sm

VonSören Musyal

Die Begegnungsstätte „Lichtblick“ in Waren ist gerade erst der Schließung entgangen. Weil sie trotzdem nicht im Geld schwimmt, schickt nun auch der Lions Club Geld.

Waren.„So was habe ich noch nie bekommen“, freut sich Birgit Gadau, Leiterin des „Lichtblicks“ in Waren, als sie den symbolischen Spendenscheck überreicht bekommt. 500 Euro haben Helmut Kücker und Heiner
Dittrich im Namen des Lions Clubs mitgebracht und stellen eines klar: „Dieses Geld ist ausschließlich für die Begegnungsstätte ,Lichtblick‘ gedacht.“ Es gehe daher nicht an den Träger, sondern direkt an Birgit Gadau.
Diese freute sich sehr über die Spende, bedankte sich vielfach bei den Überbringern. Gerade weil die Schließung erst kürzlich abgewendet werden musste, zähle jeder Cent. „Ich hatte das Ende ja schon bekannt gegebene. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass wir unterstützt werden“, so Gadau. Denn die Bedeutung ihrer Einrichtung ist für sie unbestreitbar. „Die Menschen, die hier herkommen, werden ausgegrenzt für das, was sie sind.“ Im „Lichtblick“ aber hätten sie die Möglichkeit, der Isolation zu entrinnen. Daher laute die Strategie: Eine schöne Zeit für alle ermöglichen. „Alle“ – damit meint Gadau auch sich und ihre Mitarbeiter. Schließlich handle es sich hier um Lebenszeit und die solle für jeden so angenehm wie möglich sein.
Dass die Begegnungsstätte wichtig ist in der heutigen Gesellschaft, bestätigt auch Heiner Dittrich, Präsident des Lions Clubs. Nicht zuletzt die Artikel in der Müritz-Zeitung hätten ihn dazu gebracht, eine Spende in die Wege zu leiten. „Eigentlich unterstützen wir Jugendliche im Freizeitbereich“, sagt er. Aber an Stellen, wo der Staat versage, springe man gern ein. Und für ihn hat der Staat beziehungsweise der Landkreis versagt, wenn es um den „Lichtblick“ geht. „Man kann nicht in einer Abendsitzung sagen, die lasse man jetzt fallen“, empört er sich, denn eine Notsituation im Allgemeinen kann er nicht erkennen. Finanziell gehe es Deutschland gut, die Steuereinnahmen stiegen stetig. „Da habe ich kein Verständnis dafür, dass Geld für soziale Zwecke fehlen soll.“ Und: Der Landkreis solle bloß nicht auf die Idee kommen, seine öffentliche Pflicht vernachlässigen zu dürfen, weil es nun einige Spender gebe. „Private Spenden ersetzen keineswegs die Zahlungen des Staates“, stellt Dittrich klar.
Der Landkreis hatte eigentlich die Schließung der Begegnungsstätte „Lichtblick“ besiegelt, weil das Geld fehle. Nur durch eine anonyme Großspende konnte der Fortbestand für weitere Jahre gesichert werden.
Für diese zusätzliche Zeit ist Birgit Gadau dankbar, denn eine neue Unterkunft muss sie dennoch finden.
Wenn es nach den Finanzierern gehe, solle die zukünftige Immobilie „wenig bis nichts“ kosten, so Gadau. Ein Ding der Unmöglichkeit, denn eine zentrale Lage sei unerlässlich. „Viele hier sind krank oder schwerbehindert. Da ist eine gute Anbindung das Wichtigste“, sagt sie.

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