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Gelber Italiener streikt in der Inselstadt

Von unserem RedaktionsmitgliedPetra KonermannSchwere Technik kommt jetzt beim nächsten Bauabschnitt an der Malchower Drehbrücke zum Einsatz - zumindest ist ...

Dirk Steffenhagen von der Tiefbau GmbH Jarmen vor dem Probe-Bohrpfahl, der vor ein paar Tagen gesetzt wurde.  FOTO: pek

Von unserem Redaktionsmitglied
Petra Konermann

Schwere Technik kommt jetzt beim nächsten Bauabschnitt an der Malchower Drehbrücke zum Einsatz - zumindest ist das so geplant. Doch moderne Maschinen weisen oft genug auch ihre Tücken auf.

Malchow.„Ja, ich bin sauer auf BG 12.“ Vorarbeiter Dirk Steffenhagen von der Tiefbau GmbH Jarmen beäugte gestern das große gelbe Bohrgerät – etwas anderes blieb ihm und seinen Kollegen auch gar nicht übrig. Denn die Maschine hat ihre Mucken – sie lief zunächst nicht. Dabei war BG 12 eigens aus Italien herbei geschafft worden, denn das ursprüngliche Gerät, das in Malchow zum Einsatz kommen sollte, war schon verplant und muss auf einer anderen Baustelle ran.
Doch das Ersatz-Bohrgerät machte in der Inselstadt Sorgen. Und damit kamen die Arbeiten der Bohrpfahl-Gründung ins Stocken: Schon am vergangenen Freitag hätte eigentlich der erste von insgesamt 30 Pfählen im Malchower Grund stehen sollen. Doch wenn die Technik streikt, sind den Arbeitern die Hände gebunden. „So ein Spezialgerät steckt voller Elektronik, um das zu reparieren, muss ein Fachmann her“, erklärte Steffenhagen.
Dieser Fachmann, eigens angereist aus Fürstenberg, war schon am Montag tätig geworden, und musste auch gestern wieder reparieren. „Die Zeit, die wird uns fehlen, die müssen wir ranhängen“, weiß Dirk Steffenhagen schon jetzt. Und auch Bürgermeister Stein (Grüne) macht bereits Druck. „Bis zum 26. April muss die Bohrpfahlgründung abgeschlossen sein“, sagte er gestern. Notfalls, so das Stadtoberhaupt, müsse eben auch am Sonnabend gearbeitet werden.
Dirk Steffenhagen erklärt, wie die Bohrpfähle gebaut werden. Zunächst wird mit einem großen Bohrer rund zwölf Meter tief ins Erdreich gebohrt. Gelangt der Bohrer in die Grundwasserschicht, wird das Wasser herausgeholt. Hat der Bohrer die Stelle erreicht, die die untere Kante des Pfahls bilden soll, wird eine Stahlbewehrung eingesetzt. In diese Bewehrung hinein gleitet dann ein weiteres Rohr, in das wiederum der Beton gefüllt wird. Insgesamt 30 Mal wird dieses Verfahren angewandt, so dass auf diesen Pfählen, die sich sowohl auf der Land- als auch auf der Inselseite befinden, später das Fundament der neuen Drehbrücke errichtet werden kann. Am 2. Mai soll die Grundsteinlegung feierlich begangen werden. Dann werden Dirk Steffenhagen und seine Kollegen mit ihrer Technik längst wieder abgerückt sein. „Was wir hier dann geschafft haben, das sieht man nicht“, meint der Jarmener. Aber er wird sich immer daran erinnern, dass er an dem Projekt Drehbrücke mitgearbeitet hat. „Spätestens dann, wenn ich mal über die neue Brücke fahre“, sagt Dirk Steffenhagen.

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p.konermann@nordkurier.de