Ärger über neue Gebührensatzung:

Geld stinkt nicht - aber der Preis fürs Abwasser

Einwohner auf dem flachen Land müssen seit dem 1. Januar für das Auspumpen ihrer kleinen Sammelgruben richtig tief in die Tasche greifen. Das sehen viele nicht ein und fragen nach dem Grund dafür.

Berthold Schulz vom Müritz Wasser- und Abwasserzweckverband
Thomas Beigang Berthold Schulz vom Müritz Wasser- und Abwasserzweckverband

Axel Habeck, seit zwei Jahren Bewohner des beschaulichen Dorfes Loppin bei Jabel und Rentner, könnte das Leben genießen. Die Ruhe, die fast unberührte Natur und der nahe Loppiner See. Aber Axel Habecks Seelenfrieden ist gestört. Schuld daran, so der Mann, sei der Müritz Wasser- und Abwasserzweckverband. Oder genauer: dessen Neufassung der Gebührensatzung für die dezentrale Abwasserbeseitigung.

„Noch 2013“, schimpft der Loppiner, „mussten wir nur 10,54 Euro pro Kubikmeter Abwasser zahlen. Seit dem 1. Januar aber sollen dafür 17,22 Euro auf den Tisch gelegt werden.“ Eine Preissteigerung, die der Besitzer einer kleinen Sammelgrube auf dem Hof nicht versteht. „Rund sechs Kubikmeter passen dort rein“, zählt Axel Habeck auf, „mindestens fünf Mal im Jahr muss die entleert werden.“ Damit noch nicht genug. „Die Entfernung vom Fahrzeug zur Grube beträgt 20 Meter. Zehn Meter Schlauch sind im neuen Preis inklusive, für die längere Entfernung muss ich noch einmal zehn Euro extra bei jeder Leerung bezahlen.“ Alles in allem, so der Loppiner, komme er jetzt auf rund 570 Euro im Jahr.

Berthold Schulz, der Vorsitzende im kritisierten Zweckverband Müritz, verteidigt die höheren Gebühren. „Eigentlich hätten wir schon vor Jahren den Preis erhöhen müssen.“ Bislang seien die Kosten der dezentralen Abwasserbeseitigung durch andere Gebühren gestützt worden. „Und noch nicht einmal jetzt deckt der Preis vollständig die Kosten.“ Weniger als 20 Prozent der Einwohner im Zweckverbandsgebiet würden noch über eigene kleine Anlagen verfügen. „Viele davon auf so hohem technischen Standard, dass nur alle zwei Jahre abgefahren werden muss.“ Warum allerdings die meisten anderen Zweckverbände deutlich weniger als zehn Euro pro Kubikmeter Abwasser verlangen, kann sich Berthold Schulz auch nicht erklären. Lange jedenfalls, so der Fachmann, würden die das nicht mehr durchhalten.

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