Verurteilter Raser will wieder Auto fahren:

Gericht überprüft Entzug der Fahrerlaubnis

Die Richterin nahm einem verurteilten Raser die Fahrerlaubnis weg. Der Anwalt des Mannes hat dagegen Beschwerde eingelegt. Ein anderes Gericht muss nun entscheiden, ob der Mann seine Flebben zurückbekommt.

Das Landgericht Neubrandenburg muss jetzt entscheiden, ob einer der verurteilten Raser wieder Auto fahren darf.
Daniel Reinhardt Das Landgericht Neubrandenburg muss jetzt entscheiden, ob einer der verurteilten Raser wieder Auto fahren darf.

Anderthalb Monate nach dem Prozess um einen Autounfall mit zwei Toten und zwei Schwerverletzten in der Müritzregion muss das Landgericht Neubrandenburg nun entscheiden, ob einer der verurteilten Verursacher wieder Auto fahren darf. Der Verteidiger des 35 Jahre altes Mannes habe Beschwerde gegen den vom Gericht verfügten vorläufigen Entzug der Fahrerlaubnis eingelegt, teilte ein Sprecher des Landgerichtes mit.

Der Malermeister war im Mai zusammen mit einem 46 Jahre alten weiteren Angeklagten vor dem Warener Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Nach Ansicht des Gerichtes hatten beide Männer durch ihr Fahrverhalten 2013 kurz vor Waren einen schweren Unfall verursacht, bei dem die Eltern eines 15-jährigen Jungen ums Leben kamen. Der Jugendliche und eine weitere Autofahrerin wurden bei dem Crash schwer verletzt. Den 35-jährigen Autofahrer sprach die Richterin außerdem auch der Verkehrsgefährdung für schuldig und ordnete umgehend den vorläufigen Entzug seiner Fahrerlaubnis an.

Dass der Malermeister aus Sicht des Gerichtes ungeeignet zum Führen von Fahrzeugen ist, hatte sich erst im Verlauf des Prozesses herausgestellt. Er habe durch kräftiges Gasgeben verhindert, dass ihn der 46-Jährige gefahrlos überholen konnte, erklärte die Richterin in der Urteilsbegründung. Dadurch habe er die Gefahr heraufbeschworen und die Lage eskalieren lassen. Im Prozess wurde darüber hinaus bekannt, dass der Mann ein halbes Jahr nach dem Unfall mit 107 Kilometern zu schnell unterwegs war. Für die Richterin war dieser Vorfall ein weiterer Beleg für ein rücksichts- und verantwortungsloses Verhalten im Straßenverkehr.

Über die Beschwerde gegen den eingezogene Fahrerlaubnis will die zuständige Kammer laut Gerichtssprecher zügig entscheiden. „Der Beschluss ist ein tiefer Eingriff in den persönlichen Lebensbereich“, begründete der Gerichtssprecher und kündigte eine Entscheidung für Anfang Juli an. Der Malermeister hat nach Angaben seines Anwaltes derzeit einen persönlichen Fahrer engagiert.

Die vom Warener Amtsgericht verhängte Bewährungs- und Geldtrafe gegen den 35-Jährigen Unfallverursacher ist ebenfalls noch nicht rechtskräftig. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Verteidiger hatten unmittelbar nach dem Prozess angekündigt, gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen zu wollen.

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