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Gericht weist Südbahn-Klage ab

Ist der Südbahn-Traum geplatz? Das Oberverwaltungsgericht Greifswald jedenfalls lehnte es ab, das Land zu einem Weiterbetrieb von Zügen zwischen Parchim, Malchow und Neustrelitz zu verpflichten. Was nun?

Monatelange Proteste hat es in Malchow zum Erhalt der Südbahn gegeben.
Carsten Schönebeck Monatelange Proteste hat es in Malchow zum Erhalt der Südbahn gegeben.

Die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte sind mit einer Klage zum Weiterbetrieb der Südbahn beim Oberverwaltungsgericht Greifswald gescheitert. Das Gericht lehnte es ab, das Land per einstweiliger Anordnung zu einem Weiterbetrieb von Zügen zwischen Parchim, Malchow und Neustrelitz zu verpflichten, hieß es am Mittwoch aus Greifswald. Die Klage war bereits vom Verwaltungsgericht Schwerin abgewiesen worden. Dagegen waren die Kreise in die nächste Instanz gezogen. Die Landkreise könnten nicht verlangen, dass das Land bisher erbrachte Verkehrsleistungen weiter per Bahn erbringt, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Hintergrund des Streits ist, dass das Land den Zugverkehr zwischen Parchim und Malchow seit Ende des vergangenen Jahres eingestellt und zwischen Neustrelitz, Waren und Malchow wegen geringer Auslastung minimiert hat.

"Noch kein Grund ganz aufzugeben"

Vor allem unter den Malchower Bahnbefürwortern hatte es dagegen  monatelange Proteste gegeben. An deren Spitze stand Monika Göpper, die Sprecherin der Bürgerinitiative Pro Schiene. Sie bekam am Mittwoch vom Nordkurier die Nachricht der gerichtlichen Entscheidung und kommentierte: „Das ist sehr schlimm für uns, aber noch kein Grund ganz aufzugeben, denn die letzte Entscheidung vom Schweriner Verwaltungsgericht steht noch aus. Dass die einstweilige Verfügung abgewiesen worden ist, macht uns natürlich traurig, aber nicht hoffnunglos.“ Dennoch zeigte sich die Malchowerin besorgt: „Ohne Bahn stirbt die Region hier. Und es sind immer noch zu wenig Menschen, die sich für die Südbahn stark machen. Wir müssen lauter werden. Und das geht nur mit mehr Leuten. Die Bevölkerung muss doch spüren, dass das etwas vor der Haustür passiert, was man nicht hinnehmen darf.“

Keine Entscheidung in der Hauptsache

Voller Hoffnung, dass das mit der Südbahn doch noch gut geht, ist der Malchower Bürgermeister Joachim Stein (Grüne). „Erstens haben wir gute Anwälte. Und zweitens hat man erst verloren, wenn die Sache endgültig entschieden ist. Und das ist sie noch nicht.“ In der Tat ist mit dem Beschluss noch keine Entscheidung in der Hauptsache getroffen. Das letzte Wort wird aus dem Schweriner Verwaltungsgericht kommen. Und das kann dauern.

Für die bisherigen Züge fahren zwischen Parchim und Malchow nun Busse, die auch den die Plau als Urlaubsort einbinden sollen. Das war bis dato mit der Bahn nicht geglückt. Die private Hanseatische Eisenbahngesellschaft mbH (Putlitz) lässt derzeit parallel dazu auf eigene Kosten noch Züge fahren.