Warener Fotograf und Original feiert sein Wiegenfest:

Glückwunsch! Der Graf wird 70

Dieser Mann hat mehr als nur einen Vogel. Egal ob Storch oder Kranich: Seit mehr als 50 Jahren engagiert sich Hans-Dieter Graf für die Vögel und ihren Lebensraum in der Region. Und bannt dabei ihr Leben auf Film und Foto-Chip. Ein Warener Original wird siebzig Jahre.

Immer auf der Foto-Pirsch: Hans-Dieter Graf in seinem Element.
R. Voss Immer auf der Foto-Pirsch: Hans-Dieter Graf in seinem Element.

Wie ein Tiger im Käfig wirke das wohl, wenn Hans-Dieter Graf vor dem Fenster auf und ab läuft, den Blick stets auf den Himmel gerichtet. Bis zu dem Moment, wenn seine Frau signalisiert, dass er sich wieder einmal auf die Foto-Pirsch begeben kann. „Dann geh‘ halt.“ So beschreibt sein langjähriger Weggefährte Frank Seemann die Szene einer Ehe. „Wann immer es geht, treibt es ihn raus in die Natur“, sagt er über seinen Freund. Immer dabei: Der Rucksack mit der Kamera-Ausrüstung. Hans-Dieter Graf ist ein Warener Original. Grafs Engagement für den Naturschutz und seine Fotografien sind weit über die Region hinaus ein Begriff. Zwei große Leidenschaften, die ihn beinahe sein ganzes Leben begleiten.

Das begann auf den Tag genau vor 70 Jahren. Schon als Jugendlicher schloss er sich den „Jungen Naturfreunden“ am Müritz-Museum an. Heute ist er Mitglied in vielen Arbeitsgruppen und Gemeinschaften rund um den Naturschutz.1990 wurde er in die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen aufgenommen.

Bis heute ist er dem Naturhistorischen Museum und dem Müritzeum eng verbunden. „Wenn wir Bildmaterial brauchen, ist er immer zur Stelle“, sagt Seemann, der als Präparator dort arbeitet. Und wenn Graf in seinem Bilder-Archiv nicht fündig wird, dann macht er sich schnurstracks auf den Weg. Hilfsbereit und uneitel. Dabei ist Hans-Dieter Graf kein leiser Mensch. „Er führt eine streitbare Zunge“, drückt es Seemann aus und meint: Graf redet nicht um den heißen Brei und ist nie um einen Scherz verlegen. Dass er damit auch anecke, gehöre zu seiner Persönlichkeit.

Trotz schwerer Schicksalsschläge hat Graf sich seine raue Herzlichkeit bewahrt. Als Jugendlicher verlor er bei einem Unfall den linken Arm, musste die Ausbildung zum Bäcker abbrechen. Nach der Wende verlor er die Arbeit als Verkehrskaufmann. Doch Graf gab nie auf, mischte mit – und sich ein. Nie verlegen sich neu zu orientieren und Neues zu lernen. Als Stadt- und Nationalparkführer hat er wohl tausenden Menschen seine Heimat näher gebracht.

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