Tierisches Drama in Groß Gievitz:

Katzen spurlos verschwunden

Man hört es immer wieder, dass Katzen aus der Tür gelassen werden und niemals wiederkehren. In Groß Gievitz allerdings häufen sich solche Vorfälle. Anwohner sind in Sorge. Und Gerüchte machen die Runde. Treibt hier ein Tierfänger sein Unwesen?

Charly, wie ihn die Familie kannte und mochte.
Erchen Charly, wie ihn die Familie kannte und mochte.

Harry Erchen hat kaum noch Hoffnung. Er ist fort, der süße rote Kater, der als Findelkind in der Familie ein Zuhause gefunden hatte. Er war den Erchens zugelaufen. Aber lange währte die Freude nicht. „Es war der 26. Juni“, berichtet Harry Erchen. „Ich habe ihn abends rausgelassen, wie immer. Er war meist noch eine Stunde unterwegs.“ Charly war ein „Freigänger“, er konnte raus und rein, schildert der Groß Gievitzer. Doch das war das Letzte, was er über Charly zu erzählen weiß. Er kam nicht wieder.

„Wir haben lange gesucht, rumgefragt und Zettel im Ort ausgehängt“, doch alles ohne Erfolg. Und es hätte sich wohl auch niemand derart Gedanken gemacht – aber der "Rotschopf" ist bei Weitem nicht die einzige Samtpfote, die binnen kurzer Zeit für immer fort blieb.

Eine Katze wurde mit Schussverletzungen aufgefunden

Insgesamt seien in Groß Gievitz zwölf Katzen verschwunden, weiß Margret Kuhlmann, die Vorsitzende des Warener Tierschutzvereins, die selbst in Groß Gievitz wohnt. So gebe es in dem Ort eine Futterstelle, an der einst herrenlose, herumströpernde Miezen umsorgt werden. „Wir haben sie medizinisch betreut, kastriert und entwurmt“, schildert die Tierschützerin. Umso trauriger sei sie, dass einige der Vierbeiner verschwunden sind, aus unerklärlichen Gründen. Im Klartext: „Der Verein hat viel Geld aufgebracht, dass die Tiere nicht leiden“, schildert Margret Kuhlmann.

Tief besorgt ist sie, weil mittlerweile eine Katze mit Schussverletzungen aufgefunden worden sei - etwas, was die Gerüchteküche brodeln ließe. Die Tierschützerin will solche Gerüchte nicht schüren. Aber: „Es gibt doch Anlass zu Spekulationen“, sagt sie. Zumal ihr Anwohner von Äußerungen berichteten, die angeblich bezüglich der Tiere gemacht wurden: Dass mit den Katzen würde Überhand nehmen, sie müssten weg, seien solche Bemerkungen.

Harry Erchen beteiligt sich an den Spekulationen nicht. Doch seine Hoffnung wird geringer, Charly wieder zu finden. Und trotzdem wünscht Erchen sich, dass der Kater nur entlaufen ist und irgendwo vielleicht Asyl gefunden