Ärger über Umwege in Malchow:

Großes Rätselraten um „zeitlose“ Poller

So eine Bescherung: Weil am ersten Weihnachtsfeiertag unverhofft die Poller in der Malchower Kirchenstraße hochgefahren wurden, musste eine Familie Umwege in Kauf nehmen.

Zu sehen sind die Poller-Anlagen in Malchow nur zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens. Doch am ersten Weihnachtstag steckten sie offenbar trotzdem ihre „Köpfe“ aus der Kirchenstraße.
Petra Konermann Zu sehen sind die Poller-Anlagen in Malchow nur zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens. Doch am ersten Weihnachtstag steckten sie offenbar trotzdem ihre „Köpfe“ aus der Kirchenstraße.

Mit einem „guten zufriedenen harmonischen Gefühl im Herzen und Geschenken im Kofferraum“ hatte sich Antje Thiele und ihre Familie am 25. Dezember nach einem Besuch bei den Eltern in Malchow auf den Heimweg begeben. Das gute Gefühl aber war gegen 20 Uhr schnell dahin, als die Familie in die Kirchenstraße einbog und sich die „sagenumwobenen Poller“ zeigten, wie Antje Thiel in einer Mail an die Redaktion berichtete. Die Poller haben eigentlich festgelegte Zeiten, zu denen sie ausgefahren werden: Zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens sollen die beiden Poller-Anlagen in der Kirchenstraße und zu Beginn des Erddamms dafür sorgen, dass die Malchower Innenstadt für Durchgangsverkehr tabu ist. Ziel der Maßnahme, die seit Anfang Dezember in Kraft ist, soll eine verkehrsberuhigte Insel sein ohne störenden Nacht-Lärm.

Antje Thiele, ihre Familie und andere Autofahrer aber rieben sich die Augen, als die Poller am ersten Weihnachtstag außerhalb der dafür vorgesehenen Zeiten ihre „Köpfe“ aus der Kirchenstraße steckten. Wohl oder übel musste die Familie einen Umweg in Kauf nehmen, um nach Hause zu gelangen.

Im Malchower Rathaus indessen stehen die Verantwortlichen vor einem Rätsel. Dort gibt es ein System der Diensthabenden, die rund um die Uhr telefonisch erreichbar sind, sollte in der Inselstadt etwas passieren. Dienst über Weihnachten hatte der Bürgermeister selbst, er sei selbstverständlich über Handy erreichbar gewesen. „Doch wir hatten keine Information darüber, dass die Poller außerhalb der dafür vorgesehenen Zeiten hochgefahren wurden“, sagte Joachim Stein (Grüne) auf Nordkurier-Nachfrage.

Selbst der Computer, der das Hoch- und Runterfahren der Poller regelt sowie sämtliche Fehler registriert, habe nichts Außergewöhnliches oder Fehlermeldungen aufgezeichnet. „Aber inzwischen haben wir die Bestätigung, dass die Poller tatsächlich hochgefahren sind. Jetzt beginnt die Ursachenforschung“, so Stein. Ihm bleibe nur eins: „Die ganze Sache tut mir leid. Wir gehen ihr auf den Grund.“

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung