Damit der Zug nicht abfährt:

„Hans“ legt Südbahn-Modell vor

Gibt es noch eine Chance? Linke Politiker machen sich für ein Konzept der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft stark. Dafür muss aber auch noch Geld aufgetrieben werden.

Die Transparente für die Südbahn sind in Malchow immer noch gespannt, so wie in der Güstrower Straße. Und auch eine Mahnwache wird es in der nächsten Woche wieder geben.

Es war ein Novum, dass die Kreistagsfraktion der Linken im Seenplattenkreis Montagnachmittag in der Inselstadt tagte. Der Anlass brennt aber eben nicht nur Malchowern mächtig unter den Nägeln: Es geht um den Erhalt der Südbahn. Die Klage der beiden Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Ludwigslust-Parchim gegen die Stilllegung der Strecke zwischen Parchim und Malchow laufe noch, machte Elke-Annette Schmidt, Stadtvertretervorsteherin in Malchow und Kreistagsmitglied, erst mal deutlich. Allerdings könne nicht gewartet werden, bis hier eine Entscheidung fällt. Die Hanseatische Eisenbahngesellschaft bedient die Strecke nur noch in diesem Monat, und das auch nur dank Spenden, die Mitglieder der Bürgerinitiative Pro Schiene in Lübz einwarben. Ohne jegliche finanzielle Unterstützung vermag das Unternehmen die Verbindung nicht aufrecht zu erhalten. „Wenn wir keine Signale bekommen, ist der Zug zum 1. Mai abgefahren“, machte Tino Hahn, Leiter Regio-Infra, deutlich.

Landtag berät über Antrag der Linksfraktion

Signale erwartet er zu einem Konzept, das sein Unternehmen vorgelegt hat und zwar über den Streckenabschnitt Parchim-Malchow hinaus. Es geht um eine Kombination und Verknüpfung der ÖPNV-Angebote zwischen Parchim, Güstrow, Waren und Pritzwalk. Zwischen Parchim und Malchow sollen Bus und Bahn nach diesem Konzept zeitversetzt fahren, heißt alle zwei Stunden die Bahn, dazwischen der Bus. Dirk Rautmann, beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte für den Nahverkehr zuständig, sicherte zu, dass der Kreis das Geld, das er bereits vom Land für den eingeführten Busverkehr bekommt, dann anteilig an die Bahn weiterreicht. Allerdings machte er auch deutlich: „Als Verwaltung tragen wir nicht gern die Eisenbahnuniform.“ Für den Bahnverkehr sei das Land zuständig, der Kreis sei Träger für den „sonstigen“ ÖPNV, sprich den Busverkehr. Die Mitglieder der Bürgerinitiative Pro Schiene kämpfen seit Jahren darum, dass sich das Land nicht immer weiter aus der Verantwortung stiehlt.

In der nächsten Woche kommt das Modell der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft in den Landtag. Mit einem Antrag der Linksfraktion soll die Regierung aufgefordert werden, es auf den Weg zu bringen und damit den Weiterbetrieb der Südbahn zu sichern. Der Antrag schließt zugleich ein, „die für die Absicherung des Bahnbetriebes zwischen Parchim und Malchow bis zum Ende des Jahres 2015 notwendigen Mittel im Rahmen der Haushaltsbewirtschaftung bereitzustellen“.

Versucht wird auch, die Kreise Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte mit ins Boot zu holen. Für die Finanzierung der Verbindung Parchim-Malchow fehlen derzeit rund 216 000 Euro jährlich. Die Linken im Landkreis Ludwigslust-Parchim werden morgen im Kreisausschuss dafür kämpfen, dass ihr Landkreis die Strecke und damit auch diese Finanzierung übernimmt. Gelingt das, steige der Seenplattenkreis, zu dem zehn Prozent der Strecke gehören, in das Modell mit ein. Die Linksfraktion will dann gegebenenfalls eine Sondersitzung des Kreistages in der Seenplatte beantragen, denn die reguläre im Mai wurde bereits abgesagt.

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