Schüsse im Wald:

Heftiger Streit um Treibjagd

Martin Kuhlmann wehrt sich dagegen, dass auf seinen Flächen "geballert" wird. Weil auch noch Zäune seiner Schonung umgeknickt und zerschnitten wurden, hat er die Polizei eingeschaltet.

Martin Kuhlmann zeigt den heruntergedrückten Zaun an seiner Schonung.
Elke Enders Martin Kuhlmann zeigt den heruntergedrückten Zaun an seiner Schonung.

Eigentlich war es ein Sonntag wie immer – bis Martin Kuhlmann Schüsse hörte. Augenscheinlich war eine Treibjagd angesetzt. Mehrere Autos waren auf dem Acker, gleich neben dem Grundstück des Spitzkuhner Landwirtes, vorgefahren. Kuhlmann sah noch, wie sich Jäger Zutritt zu seiner Schonung verschafften. Die Aufforstungsfläche war durch einen Wildzaun geschützt, und der 53-Jährige sah mit an, wie die Zäune an mehreren Stellen zu Boden gedrückt wurden. „An einer Stelle wurde sogar ein Loch rein geschnitten“, ärgerte sich der Landeigentümer, der diese massive Form der Bejagung ablehnt. So sprach er den Jagdpächter an, der offenbar mit weiteren Gastjägern Sauen nachstellte.

Die elf Hektar große Fläche hatte Kuhlmann im Rahmen eines Förderprogramms 2001 aufgeforstet. 60 Prozent Buchen, 30 Prozent Eichen und den Rest Mischhölzer hatte er gepflanzt und auch das Aufwachsen begleitet.

In wenigen Jahren soll auch der Wildzaun verschwinden. Doch dass jetzt hier eine Treibjagd mitten durch seinen Wald führte, kann der Schafhalter, der auch bekennender Wolfsbefürworter ist, nicht verknusen.

Überdies hätten seine Schafe Panik erlitten. Gut 60 der 300er Herde weideten am Grundstück. Ebenso war das Pferd aufgeschreckt. Kuhlmann rief die Polizei. Auch weil ihm die Jäger angeblich pampig gegenübertraten, als er sie des Grundstücks verwies. „Ich habe Strafantrag gestellt wegen Sachbeschädigung“, so der Agraringenieur und Rechtswissenschaftler.

Volker Koch, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Müritz, verwies im Nordkurier-Gespräch auf die Gesetzeslage: „Es kann keiner irgendwo die Jagd verbieten.“ Der Jagdpächter habe das Jagdrecht und müsse es auch wahrnehmen, um Wildschäden zu vermeiden. Wenn der Anwohner wünsche, über die Treibjagd informiert zu werden, könnte man dies tun. „Es ist aber keine Pflicht für den Jäger.“ Eine Einschränkung gebe es aber. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte geurteilt, wenn Leute aus ethischen Gründen auf ihren Flächen keine Jagd wünschen.

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Kommentare (1)

Da kann man sich einmal ansehen was sich Jäger in Deutschland rausnehmen können. Gesetze brechen ohne jegliche Bestrafung. Wenn Ein Grundstück eingezäunt ist und sie es betreten wollen und dabei auf ihr Jagdrecht pochen sollen sie es gefälligst einklagen. Einfach Zäune durchschneiden geht nicht. Dann ist es auch zulässig Hochstände zu fällen anstatt diese wegzuklagen. Das nennt man Verhältnismäßigkeit. Es wird Zeit das diese Kriminellen endlich lernen fremdes Eigentum zu respektieren wenn sie das selbe auch bei bei ihrem Eigentum erwarten. Kriminell deshalb weil Sachbeschädigung eben von Kriminellen begangen werden. Oder sind nun plötzlich Hochstandzerstörer keine Kriminellen mehr. Soll Recht sein :-) Manchmal glaube ich das Jagd einen mehr als negativen Einfluß auf hirnliche Tätigkeit hat. Jäger stellen das jeden Tag unter Beweis. Wurde deshalb das grüne Abitur eingeführt, damit eine Minderheit die Chance bekommt an eine Art Abitur zu kommen?