Streit um Drückjagd:

Hegeringleiter weist Kritik von Schafhalter zurück

Dass Tiere geschossen werden müssen, ist nicht für jedermann selbstverständlich und sorgt immer wieder für Reibereien, wie jetzt in Spitzkuhn.

Dieter Fabisch ist sauer über die Kritik an der Drückjagd, die er als ungerechtfertigt empfindet.
Elke Enders Dieter Fabisch ist sauer über die Kritik an der Drückjagd, die er als ungerechtfertigt empfindet.

Dieter Fabisch ist Hegeringleiter. Und er ist sauer, äußerst sauer, weil ein Spitzkuhner Schafhalter öffentlich eine Drückjagd in Misskredit gebracht habe, wie er sagt. Denn Dieter Fabisch, zuständig für den Hegering Kroneiche, kann die Argumente des Landwirtes ganz und gar nicht nachvollziehen. Dieser hatte angeprangert, dass mehrere Jäger unangemeldet in seinen Privatwald hinter dem Grundstück eingedrungen seien, um dort Sauen nachzustellen. Dabei soll auch der Wildzaun, der die Schonung noch schützt, an mehreren Stellen beschädigt worden sein.

"Ich war selbst bei der Jagd mit dabei", schilderte Fabisch und wies darauf hin, dass nicht die Jäger es gewesen seien, die die Zäune herunter drückten, sondern dass diese längst beschädigt waren. "Der Draht sollte eh schon abgebaut sein. Die Pfähle waren teilweise abgefault", wies Fabisch die Vorwürfe des Anwohners Martin Kuhlmann zurück und berief sich dabei auf eine mit dem Förster gehaltene Rücksprache.  Laut Gesetz seien Jäger verpflichtet, Wildschäden zu vermeiden - indem sie die Wildbestände eben auf einem verträglichen Maß hielten, betonte Fabisch. "Zwei Wochen vorher war von umliegenden Landwirten gerade  erst ein Wildschaden gemeldet worden. Die Schweine hatten dort gebrochen", nannte der Hegeringleiter den Auslöser für die Drückjagd. Sich mit den Landeigentümern über den Termin abzusprechen, sei nicht üblich. Der Jagdpächter - in diesem Fall ein Kaeseliner - sei überdies befugt, sich Gastjäger einzuladen. So waren Jäger aus Oldenburg angereist.  "Sie hatten weite Anfahrtswege in Kauf genommen." Letztlich musste die angesetzte Drückjagd allerdings erfolglos bleiben. Und  zwar nicht, weil die Jäger nichts von ihrem Handwerk verstanden, sondern nach Fabischs Meinung: "weil die Jagd unterbrochen wurde". Nämlich in dem Moment, als Anlieger Martin Kuhlmann aufgetaucht war und die Jäger des Grundstücks verweisen wollte - was gesetzlich gar nicht möglich sei, wie der Hegeringleiter darlegte.

Das Ende vom Lied: Die Sauen, die in der Schonung waren, suchten das Weite. Dabei gab Dieter Fabisch zu bedenken, dass es eine Vorgeschichte gebe. Demnach soll Kuhlmann schon mal das Aufstellen eines Hochsitzes verhindert haben und - der Vorwurf geht so weit - er soll ihn auch "klein gesägt haben". Aus diesem Grund hatten die Jäger ebenfalls schon Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.

Martin Kuhlmann wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück. Er habe den Zaun regelmäßig kontrolliert und marode Pfähle ersetzt. Auch sei die Umzäunung eine Woche vor besagter Jagd noch intakt gewesen. Was die Querelen um den Hochsitz angeht, so habe es Auseinandersetzungen gegeben. Zerstört habe er den Hochsitz aber nicht.

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