Hoteliers der Stadt kritisieren Tourismus-Angebot:

"Heilbad Waren kann Prädikat kaum erfüllen"

Seepark, fehlende Schwimmhalle, Parkplatz-Not: Themen, die Hoteliers in der Müritzstadt Kopfzerbrechen bereiten. Katja Jedwillat und Kati Strasen von der Warener Hotelgemeinschaft wissen, wo aus touristischer Sicht weitere Hürden liegen.

Die Hoteliers würden das Geld für den Hafenausbau lieber in die Infrastruktur und Freizeitangebote stecken. Foto: Carsten Büttner
Carsten Büttner Die Hoteliers würden das Geld für den Hafenausbau lieber in die Infrastruktur und Freizeitangebote stecken. Foto: Carsten Büttner

Die alte ist auch die neue Vorsitzende: Katja Jedwillat vom Altstadthotel „Goldene Kugel“ wurde von einem Großteil der Mitglieder der Warener Hotelgemeinschaft in ihrem Amt bestätigt. Die Interessenvertretung der Hoteliers in der Müritzstadt, der derzeit 27 Häuser angehören, kommt zweimal jährlich zu einer Mitgliederversammlung zusammen.

Für die 40-Jährige ist das eine schöne Bestätigung ihrer Tätigkeit. Doch die Inhaberin des Altstadthotels treiben mit Blick auf die bereits angebrochene Saison ganz andere Gedanken um. „Wir als Hoteliers haben nichts von dem Hafenausbau, profitieren nicht zwingend davon“, sagt Katja Jedwillat. Denn die Leute, die mit dem Boot anreisen, checken nicht in einem Hotel ein, erläutert sie. Zudem hoffe sie, dass sich der Lärmpegel bei den Bauarbeiten im Rahmen halte und die Gäste nicht belästigen werden, so die Hotelinhaberin. Auch Kati Strasen, geschäftsführende Gesellschafterin vom Hotel Kleines Meer und Mitglied in der Warener Hotelgemeinschaft, sieht die Hafen-Bauarbeiten skeptisch. Ihr Hotel sei davon nicht betroffen, aber für die Gäste und Anwohner sei die Geräuschkulisse schon zu merken. Sie wünsche sich, dass man bei den Bauarbeiten mehr Rücksicht auf die Gäste nehme. Beispielsweise sei es für die Touristen einfach zu früh, wenn bereits um acht Uhr die Bauarbeiten zu hören sind, erläutert Strasen. „Wir wollen gemeinsam nach Lösungen suchen“, sagt sie.

"Gelder für Hafenausbau lieber für Infrastruktur"

Katja Jedwillat sieht es noch etwas anders. Obwohl ihr alles, was die Stadt aufwerte, willkommen sei, hätte sie das Geld für den Hafenausbau lieber in die Infrastruktur oder in Freizeitangebote gesteckt. „Wenn Familien mit Kindern fragen, wo sie hingehen könnten, kann ich ihnen eigentlich nur das Müritzeum nennen“, schildert sie die Situation. Aus ihrer Sicht sei Waren touristisch gesehen kaum eine kinderfreundliche Stadt und der Tourismus nur auf alte Leute oder auf diejenigen ausgerichtet, die keine Kinder haben. In diese Kerbe schlägt auch Kati Strasen. Bei sonnigem, warmen Wetter könnte man Rad fahren oder baden gehen, aber bei Regen setzt man sich ins Auto und sucht woanders eine Ausflugsmöglichkeit auf.

Auch das Thema Schwimmhalle oder Kurbad ist bei ihnen immer wieder Thema. „Die Stadt nennt sich Heilbad, hat aber für dieses Prädikat ein unzureichendes Angebot“, sagt Katja Jedwillat. Das wecke Erwartungen, die wir nicht halten können, fügt Kati Strasen hinzu. Wir können dem Gast bei schlechtem Wetter hier noch nicht einmal eine öffentliche Sauna empfehlen, meint Jedwillat.

Angespannte Parkplatzsituation

Bauchschmerzen bereitet den beiden Frauen ebenfalls die angespannte Parkplatz-Situation in der Stadt und im Besonderen in der Altstadt. „Dort fehlen sowohl für Hotelgäste als auch für die Anwohner Stellflächen und wenn Leute spontan anreisen, kann ich ihnen auch keine Ausweich-Möglichkeit nennen“, sagt Katja Jedwillat. Dabei hat sie auch die geplanten Projekte auf dem ehemaligen Sägewerksgelände sowie den Hotel-Neubau in der Kietzstraße im Blick. „Es sollen immer mehr Gäste in die Stadt geschleust werden, aber von der Infrastruktur wird es immer schwieriger“, sagt Katja Jedwillat vor allem in Bezug auf den geplanten Seepark-Komplex Am Seeufer. Auf der Ecke, also in der Fontanestraße, gebe es auch noch weitere Hotels, sagt sie mit Blick auf die Besucherströme.

Sollte der Seepark kommen, müsse man sich zudem Gedanken machen, wo man die Gäste lang führe, so Kati Strasen. Sowohl die Strandstraße als auch die Route durch den Papenberg halte sie nicht für optimal. So lange wie die Hotelprojekte Seepark sowie „Müritz-Palais“ in der Kietzstraße schon geplant werden, so lange verfolgt auch Kati Strasen die Debatte darüber. „Ich glaube, dass Waren aufpassen muss, dass sie kein Überangebot an Hotelbetten bekommt“, sagt Strasen. Denn die Saison werde immer kürzer, fügt sie hinzu. Doch die beiden Mitglieder der Warener Hotelgemeinschaft kritisieren nicht nur, sondern bieten auch Alternativen an. So habe die Interessengemeinschaft 2014 eine eigene Wanderbroschüre mit zehn interessanten Touren erstellt. „Wir müssen das Wandern ansprechen, denn das ist auch eine Saison verlängernde Maßnahme“, sagt Kati Strasen.

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