Selbstlos bei schwerem Unfall geholfen:

Heldenhafte Lebensretter ausgezeichnet

Die drei Angelfreunde zögerten keinen Augenblick – bei einem Verkehrsunfall kurz hinter Penzlin retteten sie einer eingeklemmten Frau das Leben.

Frank Schmidt, Guido Ehlert und Jan Wehden (v.l.) retteten einer eingeklemmten Autofahrerin das Leben. Als kleines Geschenk erhielt jeder Helfer einen Schutzengel.
Udo Roll Frank Schmidt, Guido Ehlert und Jan Wehden (v.l.) retteten einer eingeklemmten Autofahrerin das Leben. Als kleines Geschenk erhielt jeder Helfer einen Schutzengel.

Wenn Guido Ehlert auf der Strecke zwischen Penzlin und Peckatel die Stelle mit der hölzernen Sonnenblume am Straßenrand passiert, bekommt er immer ein mulmiges Gefühl. Dann kommen manchmal die Bilder wieder hoch. Von den ineinander verkeilten Autos, den meterhohen Flammen und den beiden eingeklemmten Insassen. „Am liebsten würde ich da nicht mehr lang fahren“, sagt Ehlert. Auf Höhe der Sonnenblume ist im Mai ein junger Autofahrer bei einem Frontalzusammenstoß ums Leben gekommen. Doch an der Stelle wurde auch eine junge Mutter gerettet. Ihr Leben verdankt sie Guido Ehlert und seinen beiden Angelfreunden Frank Schmidt und Jan Wehden.

Die drei Männer waren bei dem schweren Unglück die ersten Unfallhelfer und zogen die schwer verletzte Frau aus ihrem brennenden Fahrzeug. „Sie haben einen Mut bewiesen, den kann man nicht in Worte fassen“, sagt der Leiter Polizeiinspektion Neubrandenburg Detlef Stüwert. Der Polizeidirektor hat die drei mutigen Unfallhelfer am Montag für ihren selbstlosen Einsatz und ihre Zivilcourage ausgezeichnet. „Die Frau hätte ohne sie nicht überlebt“, sagt der Polizeichef.

Verkeilte Türen behindern Rettung

Die Männer waren am Unfalltag mit ihrem Transporter auf dem Weg zu einem Angelausflug. Dann tauchen vor ihnen die verkeilten Wagen auf. „Ich bin sofort auf die Bremse“, erinnert sich Ehlert. Alle drei springen aus dem Transporter. Schmidt wählt den Notruf. Aus dem Wagen des jungen Mannes steigt bereits Qualm auf. Wenige Augenblicke später wird das Fahrzeug komplett in Flammen stehen. Die Männer wollen den Fahrer aus seinem Auto ziehen. Zu Dritt zerren sie an den Türen. Sie klemmen. „Es hatte sich alles verzogen und verkeilt“, schildert Jahn Wehden. Im anderen Wagen schreit die schwer verletzte Frau nach ihren Kindern. Die Retter versuchen, sie zu befreien. Doch auch an ihrem Fahrzeug haben sich die Türen verkeilt. „Aber auf einmal ging sie dann einfach auf“, erinnert sich Wehden. Sie können die Frau aus dem Wagen ziehen und in Sicherheit bringen.

Aus dem Auto des Mannes schlagen mittlerweile meterhohe Flammen. Die Hitze ist so extrem, dass der Asphalt schmilzt. Zusammen mit weiteren Helfern wollen sie den Autofahrer retten. Doch dann wird es zu gefährlich. „Es tut uns furchtbar leid, dass wir ihn nicht retten konnten“, sagt Jan Wehden. Kreis-Feuerwehrchef und Polizist Norbert Rieger kennt diese bedrückenden Gefühle. Er macht den Männern Mut. „Sie haben ein Leben gerettet. Solche Helden wie sie brauchen wir viel mehr“, sagt Rieger. Und er hat ein Geschenk für die Angelfreunde. Jeder bekommt einen Schlüsselanhänger mit einem Schutzengel und einen Feuerlöscher fürs Auto. Da lächeln die drei mutigen Unfallhelfer von der B 193.