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Hitler-Vergleich hat Nachspiel

Der Eklat auf der Warener Stadtvertretersitzung findet seine Fortsetzung. Die verbale Attacke der einzigen NPD-Abgeordneten gegen den BUND-Mann Jochen Eicke will dieser nicht auf sich sitzen lassen.

Der Warener Bürgersaal am Amtsbrink. Dort tagt die Stadtvertretung. Auf der jüngsten Sitzung hatte es einen Eklat gegeben, verursacht von der NPD-Abgeordneten.
Carsten Schönebeck Der Warener Bürgersaal am Amtsbrink. Dort tagt die Stadtvertretung. Auf der jüngsten Sitzung hatte es einen Eklat gegeben, verursacht von der NPD-Abgeordneten.

Da brauchte er gar nicht lange zu überlegen, denn das wollte Jochen Eicke nicht mit sich machen lassen. „Ich möchte in keinem Atemzug mit Hitler genannt werden“, betonte er am Freitag in einem Gespräch mit dem Nordkurier. Genau das aber war am Mittwochabend geschehen, als die NPD-Abgeordnete Doris Zutt, ihm nach einer Rede mit Vorwürfen zum Demokratieverständnis im Stadtparlament gefragt hatte, ob er Hitler hieße.

„Ich habe Frau Zutt wegen Beleidigung angezeigt, denn ich fühle mich durch ihre Äußerung persönlich beleidigt“, begründete Eicke. Auch den Verdacht der Volksverhetzung habe er angeführt. „Es ist einfach unglaublich, was ich da erfahren musste“, empört sich der 63-Jährige. Es sei das erste Mal in seinem Leben, dass er jemanden angezeigt habe. In den Reihen der Besucher hätte es an dem Abend gleich einige Kommentare gegeben. „Aber die Stadtvertreter haben alle geschwiegen. Das hat mich gewundert. Und auch, dass nicht einmal der Bürgermeister etwas unternommen hat“, erzählt Eicke.

Eicke ist den Warener Stadtvertretern kein Unbekannter. Engagiert er sich doch als Mitglied des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) für die Ortsumgehung. In dieser Eigenschaft war er auch ans Rednerpult getreten. Hatte dies aber genutzt, um den Abgeordneten vorzuwerfen, dass die Frau mit dem NPD-Parteibuch es beinahe als Vize-Stadtpräsidentin geschafft hätte. „Ich habe den Zusammenhang ihrer Äußerung aber nicht verstanden. Den einzigen Zusammenhang, den ich mir denken könnte, ist der, dass ich ihre Partei nicht aufzählte, als ich von demokratischen Parteien sprach“, sucht Jochen Eicke eine Erklärung. „Doch es hätte der Frau jemand Einhalt gebieten müssen“, sagt der BUND-Mann.

Das sei sehr wohl der Fall gewesen, betonte Toralf Schnur. Der FDP-Abgeordnete habe Doris Zutt, die nur zwei Stühle weiter rechts neben ihm im Parlament saß, für ihren Angriff kritisiert. „Ich habe sofort, nachdem ich das gehört habe, reagiert und ihr gesagt, dass das ja wohl mit normalem Verstand nicht mehr zu fassen sei. Leider hat das wohl niemand gehört in dem Saal. Ich hatte es auch gesagt, ohne das Mikro anzuschalten“, ergänzte Schnur. Dass sonst niemand der Stadtvertreter reagierte, sei für ihn einmal mehr ein Zeichen dafür, dass man mit dem Thema Rechtsradikalismus nicht umgehen könne.

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Kommentare (2)

Sehr geehrter Herr Eicke,ich glaube nicht,dass bei Nennung des namens bereits eine Straftat zu erkennen ist. Da Sie ja sicherlich die Medien verfolgen,hätte bereits unsere BK die griechischen und andere Medien verklagen können,weil sie dort als Hitler Figur abgebildet worden ist. Man muss auch einmal über den Dingen stehen können. Es muss Ihnen doch zu denken geben,dass die Mitglieder des Stadtparlament ihnen nicht zur Seite gesprungen sind.

Hat der Nordkurier nichts anderes zu berichten als immer wieder aus dem Stadtparlament wo ja augenscheinlich ein kleinkrieg unter gewissen Leuten tobt? Passiert nichts interessantes in der Mürtzregion über das es zu berichten gebe , aber immer wieder auf dieses Pferd rechts zu setzen ist echt ein bisschen anstrengend zu lesen , seid einer Woche immer die gleiche Leier und das auf der ersten Seite , dazu noch der Name Hitler ist ja nicht verboten ,einfach mal ins Telefonbuch schauen . Sei es wie es sei Frau Zutt ist gewählt wie alle anderen auch und Schluss ! In diesem Staat ist momentan ein komisches Demokratie Verständniss am Start was sehr bedenklich ist und was auch nicht mehr lange von der Bevölkerung geduldet werden wird .