Warener Tafel startet Hilfsaktion:

Hohlkörper gehen auf die ganz lange Reise

Wer hätte das gedacht? Viele Müritzer beweisen schon wieder ein ganz großes Herz und denken nach den Feiertagen auch an jene, die es längst nicht so gut haben. Sogar ein Bagger macht sich auf die Fahrt.

Kaum zu fassen: Viele Müritzer haben ihre bunten Teller leer geräumt und die Süßigkeiten für die Kinder gespendet, die sonst kaum etwas hätten. Fotos: Thomas Beigang
Kaum zu fassen: Viele Müritzer haben ihre bunten Teller leer geräumt und die Süßigkeiten für die Kinder gespendet, die sonst kaum etwas hätten. Fotos: Thomas Beigang

„Die müssen mit mehreren Transportern anrollen.“ Günther Hoffmann hat schon in Linstow angerufen. Nicht auszudenken, wenn aus Kapazitätsgründen einiges auf der Strecke bleibt. Der Noch-Chef der Warener Tafel kann es immer noch nicht fassen: Mehr als 100 Müritzer haben sich am Wochenende auf den Weg zur Ausgabestelle der Warener Tafel gemacht, um hier Geschenke zu verteilen. Hoffmann und die Leute von der Diakonie, darunter auch sein Nachfolger Jens Falke, hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die Spenden entgegen zu nehmen. Gedacht sind die Süßigkeiten, das Spielzeug und die Kinderbekleidung für Waisenheime im ukrainischen Mariupol.

Den Transport und die Verteilung der Spenden hat sich seit mehr als 20 Jahren der Linstower Heinz Nitsche zur Aufgabe gemacht. Der kennt das Elend der benachteiligten Kinder dort am Ufer des Asowschen Meeres wie kein Zweiter. Pünktlich zum orthodoxen Weihnachtsfest am 6. Januar will der Mann wieder Kinderaugen zum Leuchten bringen - und ist, wie in jedem Jahr, auf Spenden angewiesen. „Auf die Müritzer ist eben Verlass“, freut sich Günther Hoffmann, der seit vielen Jahren mit Nitsche zusammenarbeitet. „Alles, was hier gespendet wird, kommt auch bis auf das letzte Gramm bei den Bedürftigen in der Ukraine an“, versichert der Tafel-Chef.

Schon wieder klopft es an der Tür der Ausgabestelle, an der sich sonst für sozial Schwache aus der Region Lebensmittel verteilt werden. Kerstin Riesel aus Waren schleppt eine große Tüte an. Lauter Leckereien von den bunten Tellern ihrer Kinder. „Die haben so viel zu Weihnachten bekommen, das können sie allein gar nicht alles naschen.“ Natürlich waren die „Lütten“ einverstanden, als die Mutter den Vorschlag machte, etliches davon zu spenden. „Und so freuen sich Kinder, denen es wohl an vielem fehlt“, begründet Kerstin Riesel das Engagement ihrer Familie.

Kaum hat die spendenbereite Dame die Ausgabestelle Am Wiesengrund verlassen, kommen schon wieder andere. Peter Kuppzig, ein Junge aus Waren, schleppt einen Beutel voll Spielzeug an. Ganz oben drauf ein großer gelber Bagger. „Da fehlt nur eine Batterie, dann kann man damit wieder ganz prima spielen“, sagt der kleine Warener. „Ich bin jetzt eigentlich schon zu groß dafür, aber andere haben bestimmt ganz viel Spaß mit dem Bagger“, begründet der Junge seine Freigiebigkeit. So ganz leicht fällt ihm die Trennung dennoch nicht, gesteht er. Aber wenn er anderen eine Freude machen kann...

Trotz ihrer großen Erfahrung mit der Entgegennahme von Spenden - eine verlässliche Angabe der Tonnage können Günther Hoffmann und Jens Falke angesichts der großen Menge der Spenden nicht machen. „Säckeweise sind neben den Süßigkeiten Spielzeug und Kinderbekleidung abgegeben worden“, hat Falke das Staunen noch nicht verlernt. „Drei Kleintransporter werden voll, mindestens“, schätzt der Diakonie-Mitarbeiter.

 

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